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Gelehrte Dichtung.
XVII. Jahrhundert, erste Hälfte.
Martin Opitz (1597—1639); gleichzeitige Bildnisse, Handschriftliches.
Martin Opitz.
Stich vo» Jakob von Hehden 16SI. — Unterschrift aus dem Stammbuchs AlcimvählerS aus derBreölaner Stadtbibliothek, Seite SOS (von, Jahre I6SS).
Martin Opitz.
Kupferstich von Sysang nach dem noch in Danzig befindlichen, stark restaurierten Ölgemälde gemalt vonOpitzens Freunde Strobcl wahrscheinlich 1638 oder 1639. Ausschnitt. — Unterschrist vom Jahre 1637aus dem Cöthencr Erzschreine.
Unterschrift Opitzens vom Jahre 1638, sein Gescllschaftsname in der Fruchtbringenden Gesellschaft.Aus dem Cothener Erzschreine.
Martin Opitz, geb. 23. Dezember 1597 zu Bunzlau, studierte in Frankfurt 1617,von da ab bis 1620 auf Reisen in Heidelberg, Straßburg, Tübingen, 1620 in Holland,1622 am Gymnasium zu Weißenburg in Siebenbürgen, 1624 Rath beim Herzoge vonLiegnitz und Brieg; 1628 von Kaiser Ferdinand III. als „Opitz von Boberfeld" geadelt,nachdem er vorher zum Dichter gekrönt war; nach wechselvollen Stellungen Historiographdes Königs von Polen, gestorben am 20. August 1639 zu Danzig an der Pest. „Vater"der neueren deutschen Poesie, in welche er formell durch sein „Buch von der deutschenPoeterei" (1624) die Regeln neuer accentuierender Silbenmessung einführte und von einemDichter umfassende Gelehrsamkeit angewendet verlangte. Die Bewunderung, welche Opitzals productivem Dichter von seinem Jahrhundert zuerkannt wurde, theilen wir heutenicht mehr; eine historische Betrachtung der Geschichte unserer Litteratur wird aber seineBedeutung in der Entwicklung der deutschen Poesie nie verkennen. Von seinen Werken seienaußer denjenigen, deren Titel in Facsimiledrnck gegeben sind, genannt: „Schäfsereyvon der Nymphe Hercinia" (1622) (erster deutscher, später viel nachgeahmter Schäfer-roman); seine Übersetzungen: Barclays „Argenis" (1626), Sidneys „Arcadia" (1630),Senecas „Trojanerinum" (1625), Sophokles „Antigone" (1636). Opitz ist auch Ver-fasser zahlreicher Gelegenheitsgedichte und geistlicher Lieder. Von seinen weltlichen Liedernist „Ich empfinde fast ein Grauen" (zuerst 1624) in die neueren Lesebücher übergegangen.Seine letzte poetische That war die Herausgabe des „Annoliedes" (1639).
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Eigenhändiges Gedicht von Opitz, Bearbeitung des lateinischen Wcihnachtsliedes:
„L. solis artn caräius".
Beilage zu einem Schreiben Opitzens an Fürst Ludwig von Anhalt, Tanzig den 26. (16.) Wiutermonats 1638. Aus demCölhener Erzschreine (gedruckt Krause, Erzschrein 132). Das einzige Gedicht Opitzens, welches noch in seiner eigenhändigenNiederschrift erhalten ist, da sein Nachlaß, weil er an der Pest starb, gleich nach seinem Tode verbrannt wurde. Die Original-handschrist des „Annoliedes" wurde wahrscheinlich Hiebei auch mit verbrannt.