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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : Eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte / Nach den Quellen bearbeitet von Gustav Künnecke
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152
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XVIII. Jahrhundert, zweite Hälfte.

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Lyrik.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim (17191803).

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Kupferstich von Chodowicckizu GleimS Fabel:DieGärtnerin und die Biene".

Aus demBerliner kleinen Taschcnkalen-der auf 1793. Engelmann, Chodow.Nr. 680, 9.

Johann Wilhelm Lud-wig Gleim, geb. 2. April1719 zu Ermsleben am Harz,vorgebildet auf der Wernige-roder Schule, studierte 1739in Halle die Rechte und schöneWissenschaften (namentlich beiAlex. Gottl. Baumgarten, demVerfasser der Ästhetik). Schonwährend seiner Studienzeithatte er mit Uz undGötz einenpoetischen Verein. 1740 Haus-lehrer in Potsdam, Secretärbeim Prinzen Wilhelm vonBrandenbnrg-Schwedt in Ber-lin, als welcher er den zweitenschlesischen Krieg mitmachte(1744), ward Stabssecretärbeim alten Dessauer, dannstellenlos in Berlin, 1747 stell-vertretender Domsecretär inHalberstadt, wo er bald wirk-licher Domsecretär und dabeinoch Canonicus des StiftesWalbeck wurde. Er starb inHalberstadt den 18. Februar1808. Gleim trat zuerst an dieÖffentlichkeit mit seinemVer-such in scherzhaften Liedern"(17441745), schrieb einseinerzeit vielgelesenes Lust-spiel:Der blöde Schäfer"(1745). Die erste Sammlungseiner Fabeln erschien 1756.Am berühmtesten machte ersich durch seine patriotischenPreußischen Kriegslieder voneinem Grenadier", zuerst ein-zeln ausgegeben 17561757.

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim.

Gleim im Kriegslager der Grenadiere. Kupferstich von F. M. Schreyer nach dem im Freundschaftstempel zu Halberstadt befindlichen Ölgemälde vonH. Ramberg. Die beiden Verteilen sind aus der eigenhändigen Niederschrift von GleimsAbschied des alten Grenadiers" (1790). Original in GleimS

Sammlungen zu Halberstadt (Nr. S28).

Kupferstich von Chodowicckizu Gleims Erzählung:Die Milchfrau".

Aus dem Berliner kleinen Taschenkalen-der aus 1794. Engelmann, Chodow.Nr. 711, 7.

SeinHalladut oder das rotheBuch", erschienen 17741781,ist ein religiöses philosophischesLehrgedicht. Die Zahl seinerFabeln, Sinngedichte, Freund-schafts- und Trinklieder, Er-zählungen, s ogenannten Volks-lieder, patriotischen und Zeit-gedichte, welche er im Laufeseines langen Dichterlebensschuf, ist sehr groß, vieles da-von ist noch angedruckt. Seinlitterarischer Nachlaß, welcherin dem von ihm einst be-wohnten Hause in Halberstadtaufbewahrt wird, ist eine nochnicht erschöpfte wichtige Quellezur Litteraturgeschichte sei-ner Zeit; hier imFreund-schaftstempel" hängt auch diegroße Sammlung gleichzei-tiger Dichterbildnisse, welchevon dem einflußreichen Ver-kehre, welchen der stets zurlitterarischen und materiellenUnterstützung seiner Freundebereite Mann im Leben hatte,ein schönes Zeugnis ablegen.In diesemFreundschafts-tempel" sind u. a. die Bild-nisse von: Lessing, Klopstock,Herder, Kleist, Ramler, Sul-zer, Bodmer, Geliert, Gärt-ner, Zachariä, Nicolai, Voß,Mendelssohn, Weiße, derKar-schin, Engel, Jacobi, Heinse,Bürger, Göckingk, Seume,Jean Paul.

Die vier ersten Verse von Gleims eigenhändiger Niederschrift eincDsciner späteren Kriegslieder (1778).

Original in Gleims Sammlungen zu Halberstadt. Eine Nachbildung der Originalniederschrift eines derPreußischen Kriegßlieder aus dem Jahre 1756 und 1757 von einem Grenadier" Hütten wir gern gebracht,wenn sie zu erlangen gewesen wäre. Aber, da unter den reichen Sammlungen eigenhändiger Gleimscher Gedichte, welche sich in Halberstadt befinden, keines seiner ersten Grenadierlieder in Originälhandschrift vorhanden

ist, so werden die eigenhändigen Niederschriften derselben wohl verloren gegangen sein.