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XVIII. Jahrhundert, zweite Hälfte. Lyrik.
Magnus Gottfried Lichtwer (1719—1783), Anna Louise Karsch (1722—1791), Johann Georg Jacobi (1740—1814).
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Magnus Gottfried Lichtwer.
Kupfer-stich von Geyser; nach dem Gemälde von Calau (1770).
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Anna Louise Karsch.
Jladierung von G. F. Schmidt (1762).
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Magnus Gottfried Lichtwer, geb. 30. Januar 1719 zu Würzen, studierteJurisprudenz, las 1747 in Wittcnberg über Wolfsche Philosophie und Rechtswissenschaft,1749 nach Halberstadt, wo er den 7. Juli 1783 als Rcgierungsrath und Senior des
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Mauritiusstiftes starb. Seine Fabeln (zuerst erschienen 1748, 1761 von Rammler verfälschtherausgegeben, gegen dessen Verbesserungen Lichtwer sich in der von ihm 1762 selbst be-sorgten Ausgabe wendet) sind mehr launige, gewandte Erzählungen, in welchen die trockene,,lehrhafte moralische Anwendung sich nicht unangenehm und langweilend breit macht; sein„kleiner Toffel" und die Katzenfabel „Mensch und Thiere schliefen feste" sind besondershervorzuheben. Desto unpoetischer ist sein Lehrgedicht „Das Recht der Vernunft" (1758).
Eigenhändiges Gedicht von Johann Georg Jacobi vom 22. De-zember 1774.
Aus Nr. 146 der Handschriften der Gleimschen Sammlungen zu Halberstadt.
Anna Louise Karsch, gebornc Dür-bach, geb. 1. Dezember 1722 auf dem Pel-zigerHanrmer bei Nickern imKreiseZüllichau,hütete das Vieh ihrer Eltern, dichtete und lasdabei. Im 16. Jahre zur Ehe mit einemrohen Menschen, dein Tuchmacher Hirsekornin Schwiebus, gezwungen, wird sie nach elfJahren von ihm geschieden, schließt spätereine noch unglücklichere Ehe mit SchneiderKarsch. Ihr großer Ruf als Natur-dichterin verschaffte ihr, namentlich inRamler und Gleiin, Gönner und Lehrer.Voll patriotischen Stolzes feiert sie Friedrichden Großen vielfach in ihren Gedichten. InBerlin, wo sie seit 1761 lebte, starb sie den12 . Oktober 1791. Gleim besorgte die ersteSammlung aus den zahlreichen Gedichtender „Deutschen Sappho" (1763).
Johann Georg Jacobi, geb.2.Sep-tember 1740 zu Düsseldorf, 1758—1761auf der Universität Göttingen, 1766 Pro-fessor der Philosophie in Halle; 1768 zogihn Gleim nach Halberstadt, das er 1774mit Düsseldorf vertauschte, wo er bis 1776mit Heinse die „Iris" herausgab. 1784Professor der schönen Wissenschaften in Frei-burg i. Br., wo er den 4. Januar 1814starb. — Jacobi huldigte Anfangs einervon seinen Zeitgenossen vielfach verhöhntenzu gefühlvollen Richtung, später vertiefte sichseine formschöne Lyrik, so daß selbst Goetheihn schätzte. Von seinen Liedern seien erwähnt:„Sagt, wo sind die Veilchen hin"; „Rosekomm', der Frühling schwindet"; aus seinentiefergreifenden religiösen Liedern sei hervor-gehoben „Ruh'n in Frieden alle Seelen".
Johann Georg Jacobi.
Kupferstich von Fr. Müller, nach dem Bilde von Joseph Zoll.
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