Buch 
Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : Eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte / Nach den Quellen bearbeitet von Gustav Künnecke
Entstehung
Seite
216
JPEG-Download
 

- 216 -

1805. Schiller.

Geburtshaus, Eltern, Schwester Christophine.

'WWWK

Geburtshaus Schillers in Marbach am Neckar,

worin Schiller am 10 . November 1759 geboren wurde. Damals gehörte das Haus dem Seckler UlrichSch'öllkopf; 1859 wurde es vvm Marbacher Schillervereine für 4000 fl. angekauft und, da es im Innernsehr verwahrlost und im Äußern sehr entstellt war, für weitere 2000 fl. in der Gestalt wieder hergestellt,in welcher es war, als Schillers es bewohnten. Es gehört jetzt der Stadt. Im Jahre 1812 war durchdas Marbacher Oberamt aus die Zeugenaussage alter Marbacher Leute, meist Zeitgenossen Schillers, un-zweifelhaft festgestellt, daß dies sein Geburtshaus sei. Diese Abbildung ist direct nach einer Photographiegemacht, welche dem vom Marbacher Schillercomite herausgegebenen WerkchenMarbach am Neckar, dieGebnrtsstadt Friedrich Schillers" beigefügt ist.

Johann Kaspar Schiller, der Vater des Dichters, ist geb. 27. October1723 zu Bittenfeld bei Waiblingen, Sohn des Schultheißen Joh. Schiller und derEva Maria Schatz. Er erlernte die Wundarzneikunst und bildete sich in Sprachenund Wissenschaften eifrigst aus. Seit 1745 nahm er Kriegsdienste und erlebte theilsals Soldat, theils als Feldscher« manche Abenteuer, namentlich in Holland. 1749(11. Juli) bestand er das Examen in der Wundarzneikunst, wurde nach seiner Ver-heiratung Bürger in Marbach (29. September 1749) und blieb hier Wundarzt,bis er 1758 Württembergische Kriegsdienste nahm. 1757 (16. September) wurdeer bei seinem Regimente (Prinz Louis) Fähnrich und Adjutant, zog in den Krieg

Schillers Mutter.

Gleichfalls nach einem 1793 gemalten Simanowitz'schen Bilde, jetzt im Besitze der Frau FreifrauMathilde von Schiller. Nach Originalphotographie umgezeichnet.

WM

Elisabetha Dorothea, geb. Kodweis, geb. 13. December 1732 in Mar-bach, Tochter des dortigen Bäckers, Löwenwirths und herrschaftlichen HolzinessersGeorg Friedrich Kodweis, heiratete den 22. Juli 1749, starb den 29. April 1802zu Clever-Sulzbach.

«M

UM.> 4 '

MWM

Schillers Vater.

Gemalt 1793 von Ludovika Simanowitz. geb. Reichenbach, Original jetzt im Besitze der Frau FreifrauMathilde von Schiller, geb. von Alberti (Gattin von Schillers einzigem Enkel Ludwig Ernst Friedrich)zu Stuttgart. Nach Originalphotographie umgezeichnet.

gegen Preußen, wurde 1758 (21. März) Lieutenant, kam am 1. Mai zum Re-gimente Romann, wurde 1761 (17. August) Hauptmann. Sein Regiment kam1762 nach Ludwigsburg, dann nach Stuttgart und wieder zurück nach Ludwigs-burg. 1763 (December) wurde er auf Werbung nach Schwäbisch-Gemünd gesetzt,stationierte aber in Lorch, und kam im December 1766 nach Ludwigsburg inGarnison (im Regimente Stein). 1770 (10. September) erhielt er eine eigeneCompagnie und kam 1775 (5. December) als Vorgesetzter der Gärtnerei nach derSolitüde. Hier hat er besonders um die Baumzucht, welche er schon mit beson-derem Eifer in Ludwigsburg Pflegte, große Verdienste. Am 26. März 1794 wurdeer Obristwachtmeister und starb auf der Solitüde den 7. September 1796. Erhat folgende Werke geschrieben:Betrachtungen über landwirthschaftliche Dinge"(17671769),Gedanken über die Baumzucht im Großen" (1793),Die Baum-zucht im Großen nach zwanzigjähriger Erfahrung im Kleinen" (1795).

WWW-

Christophine Schiller.

Gemalt tion L. Simanowitz. Original im Besitze des Herrn C. Krieger in Möckmühl. Nach einerim Besitze des Herrn Freiherr» Heinrich Ludwig von Gleichen-Rußwurm befindlichen Original-photographie umgezeichnet.

Elisabetha Christophina (in der Familie genannt Fine) Friederike,Schillers älteste Schwester, geb. zu Marbach 4. September 1757, vermählt den22. Juni 1786 zu Gerliugen mit Schillers Freunde, dem Bibliothekare, späterenHofrathe Wilh. Friedr. Hermann Reinwald zn Meiniugen, gest. in Meiningen81. August 1847.