1759 — 1805 .
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Flucht aus Stuttgart, Aufenthalt in Oggersheim und Bauerbach (1782).
Schiller.
Kurfürstlich - PfälzischeTheater-Intendanz.
Wolfgang Heribert TobiasOtto Maria Joannes NepomucenusFreiherr von Dalberg, geb. am18. November 1750 auf dem SchlosseHernsheim bei Worms, gestorben alskurpfälzischerObersilberkämmerer, ba-discher Staatsminister, erster Präsi-dent der Mannheimer deutschen Ge-sellschaft am 27. September 1806zu Mannheim. Von der Eröffnungdes Mannheimer Nationaltheaters7. October 1779 bis zum Jahre 1803war er dessen Intendant. SeineVerdienste um das deutsche Bühnen-wesen, welche er in dieser Stellungsich erwarb, sind bekannt genug;weniger bedeutend war er als dra-matischer Schriftsteller. Nicht hochgenug ist es ihm anzurechnen, daßer das Genie des jungen Schillererkannte und förderte, soweit diesin einer officiellen Hofstellungim vorigen Jahrhunderte mög-lich war. Mit Schillers „Räubern",„Fiesko", „Kabale und Liebe" wirdDalbergs Name stets eng verbundengenannt werden müssen; zum „DonCarlos" gab er dem jungen Dichterdie erste Anregung.
Die untenstehende Abbildung desMannheimer Nationaltheaters ist
Tafel 22 der ,Vues äs Nannlleim xar ll. K.äs Sodlsollten, §ruvses xar Iss krsiss Klau-ber. Llauulieini (in Commission bei Schwan)1782". Das Theater selbst ist hier in geringverkleinerter Nachbildung wiedergegeben; Staf-fage unten und Lust oben sind gekürzt. — Aufdieser Bühne wurde am 18. Januar 1782 „DieRäuber", am 11. Januar 1784 „Fiesko", am9. März 1784 „Kabale und Liebe" zuerst auf-geführt; vorn i. September 1783 bis I. Sep-tember 1784 War Schiller für das Mann-heimer Theater als Theaterdichter durch Dalbergangestellt; die beiden neuen Stücke „Fiesko"und „Kabale und Liebe" hatte er vertragsmäßigfür diese Bühne zu schreiben. Von Schauspielernoder Dramatikern, welche zur MannheimerBühne Beziehungen hatten, seien nur genannt:Jffland, Beck, Klinger, Schröder, Törring,Gemmingen.
olfgang Heribert von Dalberg.
Lithographie von V. Schertle angefertigt in der lithograph. Anstalt vonI. Jung zu Frankfurt a. M.. nach einem früher in Hernsheim, dem Stamm-schlosse der Dalbergs, befindlichen Original-Ölgemälde. Aus dem Werke: „Götz,Geliebte Schatten, Mannheim 1854" umgezeichnet. Die Bemühungen, diesesÖlgemälde direkt zu benutzen, waren vergeblich, da das Original vor kurzemnach England (wahrscheinlich au Sir Leton. Lläsnbam Hause) verkauftist. So erlebt Deutschland fortwährend den Verlust seiner nationalen Kunst-und Kulturschätze, ohne daß es die dazu berufenen öffentlichen Institute hin-dern. — Unterschrift vom Vertrage, welchen die Mannheimer Bühne mitder Schauspielerin Ackermann unterm 10. October 1782 abschloß. Von demim Besitze des Herrn Hofbuchhändlers S. Soldan in Nürnberg befindlichenOriginale.
Anthologie
auf das Jahr
i? 82 .
Gedrukt in der Buchdrukereizu Tobolsko.
Titel der ersten Ausgabe von Schillers „Anthologieauf 1782", gedruckt in Stuttgart, mit dem falschenDruckorte Tobolsko.
Sie ist von Schiller „Meinem Prinzipal dem Tod" zugeschrieben, welcherin der Dedikationsvorrede als „Großmächtigster Czar alles Fleisches, AllezeitVerminderer des Reichs, Unergründlicher Nimmersatt in der ganzen Na-tur" angeredet wird. Sie enthält von Schiller u. a.: „die Oden an Laura"(Hauptmännin Bischer), „Die Kindesmörderin", „Graf Eberhard derGreiner", „Semele". Beiträge dazu lieferten u.a. seine Freunde von Hoven,Petersen, Graf Zuccato, von Gemmingen. — Im Jahre 1798 machte derVerleger Metzler in Stuttgart eine neue Titelausgabe der „Anthologie".Nach dem Exemplare der königl. Bibliothek zu Berlin.
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Das Mannheimer Nationaltheater 1782.
Wichtigste Daten aus Schillers Leben1782 — 1783 .
1782: Leben in der Räuberhöhle; die„Anthologie", Arbeiten am „Fiesko"; am25. Mai ohne Urlaub in Mannheim zur zwei-ten Aufführung der „Räuber" und um mit Dal-berg persönlich zu verhandeln, der ihn auf „DonCarlos" als dramatischen Stoff hinwies; alsStrafe, daß er als Militär seine Garnison ohne Ur-laub verlassen, erhält er IITage Arrest; EndeAu-gust, als von Graubünden aus Beschwerde we-gen einer Stelle in den „Räubern" geführt wurde,befahl ihm der Herzog, überhaupt nichts Litte-rarisches mehr zu schreiben. Daher Flucht nachMannheim in der Nacht vom 22. auf 28. Sep-tember mit Streicher; schlechter Erfolg des
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„Fiesko"; Plan zur „Luise Millerin"; Reisenach Frankfurt im October; im Novemberlebte er als Dr. Schmidt in Oggersheim (eineStunde von Stuttgart) im Viehhof; Arbeitenau „Luise Millerin"; Umarbeiten des „Fiesko",den Dalberg Ende November zurückweist;„Fiesko" nunmehr bei Schwan in Verlag ge-geben. Ersucht Frau von Wolzogen ihm inBauerbach Asyl anzuweisen. Abreise dahinAnfangs December als Dr. Ritter. Freund-schaft mit Reinwald. — 1783: Besuch derFrau von Wolzogen und ihrer Tochter Char-lotte in Bauerbach; Neigung Schillers zu ihr.Beendigung der „Luise Millerin"; Arbeitenam „Don Carlos". Dalbergs Gunst; er verläßtam 24. Juli Bauerbach und kehrt nach Mann-heim zurück.
Schillcrhaus in Bauerbach.
Dieses der Familie van Wolzogen gehörige Haus bewohnte Schiller vom 8. December 1782 bis S4. Juli 178S. Es wurde im Jahre I8SS wieder iu der Gestalt hergestellt, als es zu der Zeit war,wo es der Flüchtling Schiller bewohnte. — Aus dem von Dr. Konstant Wurzbach von Tannenberg 18SS herausgegebenen Wiener Schillerbuche Tasel XXXIII. Ausschnitt.