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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : Eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte / Nach den Quellen bearbeitet von Gustav Künnecke
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228
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1759 1805 .

s- 228 -H

Schiller.

Zeit der Jenaer Professur; Vorwiegen historischer, Beginn philosophischer Studien (1790, 1791).

Friedrich Herzog von Schleswig.

Ölgemälde im Schlosse zu Augustenburg, angeblich von Anton Grafs. DirecteReproduction einer vom Hofmarschallamte zu Primkcnau im Auftrage Sr. konigl.Hoheit des Herzogs zur Verfügung gestellten Onginalphotographie.

Friedrich Christian Herzog von Schleswig-Holstein-Sondcrbnrg-Augustenburg, geb. 28. September 1765 zn Au-gustcnburg, gest. 14. Juni 1814 ebendaselbst. Sorgfältigwissenschaftlich erzogen, legte er auf der Universität Leipzig, na-mentlich in Reinholds Vorlesungen, den Grund zn tüchtigerphilosophisch-pädagogischer Bildung, die er in seiner Stellungals Chef des Dänischen Unterrichtswesens praktisch verwerthete.Durch den Dichter Baggesen wurde er ein begeisterter Ver-ehrer Schillers; zusammen mit Graf Schimmelmann rich-tete er unterm 27. November 1791 ein Schreiben an Schiller,in dem sie ihm eine Pension von je 1000 Thalern aus dreiJahre anboten, welche ihm fünf Jahre hintereinander ausge-zahlt wurde. Schiller richtete an den Prinzen seineBriefe überdie ästhetische Erziehung des Menschen". Die Originale gien-gen beim Brande der 'Christiansburg am 26. Februar 1794zn Grunde; in erweiterter Umarbeitung gedruckt erschienensie in denHören" (1795).

K8

Karl Theodor Reichsfreiherr von Dalberg.

Kupferstich von D. Beiger 1790. (Zur Berliner Monatsschrift, Juli 1790.)

Karl Theodor Anton Maria Reichsfreiherr vonDalberg, geb. 8. Februar 1744 zu Mannheim, studierte dieRechte, trat in den geistlichen Stand 1768, wurde 1772 wirkt,geheimer Rath und Mainzischer Statthalter in Erfurt, 1787Coadjutor von Mainz und Worms, 1788 Erzbifchos von Tar-sus i. p. und Coadjutor des Erzbischofs von Constanz. Wäh-rend er als Mainzer Coadjutor, als aufgeklärter Befördererder Kunst und Wissenschaft in hohem Ansehen stand, hat er durchsein späteres politisches unpatriotisches Verhalten als einzigergeistlicher Kurfürst, Reichskanzler, Metropolitan-Erzbischof undPrimas von Deutschland (mit dem Sitze in Regensburg) seit1802, seit 1806 als Fürst-Primas und seit 1810 als Großherzogvon Frankfurt eine sehr zweifelhafte Rolle gespielt. Er starb,durch die neuen Verhältnisse seiner weltlichen Macht entkleidet,als Erzbischof von Regensburg den 10. Februar 1817 daselbst.In seiner ersten Lebensperiode standen Herder, Wieland, Goethe,Wilhelm von Humboldt, Karl August und namentlich Schillerzu ihm in engster Beziehung. Schiller hat ihn öfters in Erfurtpersönlich besucht und erhielt von ihm namhafte Geldgeschenke.Schiller widmete seinem Gönner seine AbhandlungÜber An-muth und Würde" (1793). Dalberg, welcher viele populär-philosophische, namentlich ästhetische Schriften verfaßte, schriebauch für SchillersHören".

Ernst Heinrich Graf von Schimmelmann.

Nach einer von der gräflichen Familie zur Verfügung gestellten Original-photographie des Ölgemäldes von Paulsen.

Ernst Heinrich Graf von Schimmelmann, geb.4. December 1747 zu Dresden, 17841814 Dänischer Fi-nanz- und Commerzminister, 1788 Mitglied des DänischenStaatsrathes, 1824 Minister der auswärtigen Angelegen-heiten, starb 9. Februar 1801 zu Kopenhagen. Er schütztenamentlich deutsche Kunst und Wissenschaft sehr hoch, vorallem aber Schillers Dichtungen. Als im Juni 1791 Schillertodt gesagt wurde, feierte er zusammen mit Baggesen seinAndenken in schwärmerisch begeisterter Weise in dem weitund breit bekannt gewordenenTodtenfeste zu Hellebek";als sich die Nachricht von Schillers.Tode nicht bewahrheitete,unterstützte er ihn zusammen mit Herzog Friedrich Christianvon Schleswig durch eine Pension.

Lcliiller

Titel von SchillersHistorischem Kalenderfür Damen für das Jahr 1791".

Hierin erschien zuerst Buch I und ll seinerGeschichte desdreißigjährigen Krieges"; Buch III erschien in den Jahr-gängen 1792 und 1793 dieses Kalenders.

»W

Titelkupfer zumHistorischen Kalender fürDamen für das Jahr 1791".

Gezeichnet von H. Lips, gestochen von Geyser.

Kupferstich zu SchillersGeschichte desdreißigjährigen Krieges"

aus demHist. Kalender für Tomen 1791". Es ist Kupfer Nr. 5(zum Mai), gezeichnet von Chodowiecki, gestochen von I. Nin-zel. Dieses Kupfer ist für Chodowieckis nüchterne unhistorischeDarstellungsmanier historischer, nicht gleichzeitiger Ereignissesehr charakteristisch, während er doch ein unvergleichlicherMeister in der Darstellung seiner Mitwelt ist.

K-SZ

Wichtigste Daten aus SchillersLeben 1790, 1791.

1790: Arbeiten an derGeschichtedes dreißigjährigen Krieges" (imSeptember Abschluß derselben bis zurSchlacht bei Breitenfeld); im OctoberReise nach Rudolstadt. 1791: imFebruarhcftige Erkrankung; im MärzStudium Kants begonnen (Kritik derUrtheilskraft). Plan ästhetischer Vor-lesungen; Studium der Poetik desAristoteles; im April zur Erholung! nach Rudolstadt;Übersetzung derAencis"; schwerste Anfülle der Er-krankung am 10. Mai und 12. Juni,so daß er todt gesagt wurde; imJuli nach Karlsbad, dann in Er-furt; Unterstützung durch Karl Au-gust; Jahresgehalt vom ErbprinzenHerzog Friedrich von Schleswig undvom Grafen Schimmelmann.

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