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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : Eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte / Nach den Quellen bearbeitet von Gustav Künnecke
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XVIII.XIX. Jahrhundert. Weimars Musenhof.

Knebel (17441834), Einsiedet (17501828), Bode (17301793), Mnsans (1735-1787).

Karl Ludwig von Knebel.

Auf Stein gezeichnet von I. Nonx, lithographiert von C. F. Müller in Karlsruhe. Gering verkleinerter

Ausschnitt.

Karl Ludwig von Knebel, geb. 30. November 1744 auf Schloß Waller-steiu bei Oettingen, bezog 1764 die Universität Halle, trat 1765 in Potsdam inMilitärdienste, verkehrte mit den Berlinern Ramler, der Karschin, Nicolai, Mendels-sohn. 1778 verließ er den Militärdienst. 1774 berief ihn Amalia zum Erzieher ihresSohnes Konstantin nach Weimar. Auf der Reise nach Paris, welche er 1774 mitKarl August und Konstantin machte, suchte er Goethe in Frankfurt auf und ver-mittelte so die erste Bekanntschaft desselben mit Karl August. Nach Beendigung derErziehung des Prinzen Konstantin wurde er zum Major ernannt und erhielt lebens-längliche Pension. Er lebte darauf in Ansbach, Jena, seltener in Weimar, 17981805 in Ilmenau, von da ab bis zu seinem am 23. Februar 1884 erfolgten Todein Jena. Wichtig zur Geschichte der Weimarer Glanzzeit sind sein reicher Brief-wechsel, mit unseren großen Dichtern und seine Aufzeichnungen. Bedeutend sindseine Übersetzungen (Properz", Stücke zuerst in denHören" 1796, dann voll-ständig 1798;Lukrez" 1821). Eigene Gedichte:Sammlung kleiner Gedichte"(1815)Lebensblütheu" (1826);"Distichen" (1827).

Johann Karl August Musäus.

Kupferstich von 2oh. H. Lips. Gering verkleinert, unten gekürzt. Nach dem Exemplare des Germa-nischen Nationalmuscums in Nürnberg.

Johann Karl August Musäus, geb. zu Jena 29. März 1735, stu-vierte seit 1754 in Jena Theologie, erhielt die Stelle eines Dorfpastors nicht,weil ihn die Bauern öfters tanzen gesehen hatten, ward 1763 zum Pagenhof-meister in Weimar und von der Regentin Amalia 1769 zum Professor am dor-tigen Gpmnasium ernannt, wo er am 28. October 1787 starb. Er stand in denengsten Beziehungen zu Weimars Größen; in seinem HauptwerkeVolksmärchender Deutschen" (17821786) bewies er sich als einen unserer besten Erzähler.

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Friedrich Hildebrand Freiherr von Einsiedel.

Nach Originalphotographie eines im Besitze Sr. konigl. Hoheit des Großhcrzogs von Weimar befindlichen,jetzt in, Schloß Tiefnrt aufbewahrten anonyincn Ölgemäldes umgezeichnet. Hier zum ersten Male ver-öffentlicht.

Friedrich Hildebrand Freiherr von Einsiedel, geb. 30. April 1750auf Lumptzig bei Altenburg, kam in das Pagcncorps nach Weimar, studierte seit1768 in Jena, wurde 1776 Kammerherr bei der Herzogin-Mutter, war ihr Reise-begleiter in Italien. 1803 wurde er geheimer Rath und 1807 Präsident desJenaer Oberappcllationsgerichtes und Oberhofmeistcr. Seit 1825 in den Ruhestandversetzt, starb er zu Weimar den 7. Juli 1828. Seine vielseitigen litterarischen Inter-essen und seine muntere Geselligkeit machten ihn, namentlich in der ersten lustigenWeimarer Zeit (vcrgl. GoethesIlmenau"), zu einem der beliebtesten Mitgliederder litterarischen und Hofkreise. Er bearbeitete vom Hofe aufgeführte Parodieen(8. September 1779 AufführungseinerEurydice"; seine OperDie Zigeuner"hatte Einlagen von Goethe), ließ Übersetzungen aus Plautns und Terenz erscheinenund lieferte Beitrage zumMerkur", zu denHören" und anderen Zeitschriften.

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Johann Joachim Christoph Bode.

Ausschnitt aus einem anonymen (wahrscheinlich von F. 2ohn gefertigten) Kupferstiche.

Johann Joachim Christoph Bode, geb. zu Braunschweig 16. Januar1780, in armen Verhältnissen aufgewachsen, wurde Musikus, war als solcher 1750 bis1756 im Militärdienste, doch selbst in diesen Verhältnissen eifrigst für seine Bildungbemüht, namentlich neuere Sprachen erlernend. Eine seiner drei Frauen, welcheihm alle bald starben, brachte ihn mit großem Vermögen in unabhängige Lage.Er war 17621763 Redacteur des Hambürgischen Korrespondenten; in Hamburglegte er eine Druckerei und eine Buchhandlung der Gelehrten au, au welcher auchLcssing Theilhaber war (siehe Seite 164 und 180). Seit 1778 war er in Wei-mar, wo er namentlich zu Wieland Beziehungen hatte; am 13. December 1793starb er daselbst. Er ist einer unserer besten Übersetzer neuerer klassischer Schrift-steller.Sterne, Uoriks empfindsame Reise" (17651769);Sterne, TristramShandy";Goldsmith, Dorfprcdiger von Wakcficld" (1776);Fielding, ThomasJones" (17861788).