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XVIII. Jahrhundert, zweite Hälfte. Satyre: komisches Epos.
Satyre: Abraham Gotthelf Kästner (1719—1800), Georg Christoph Lichtenberg (1742—1799).
Komisches Epos: Karl Arnold Kortnm (1745—1824).
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Abraham Gotthelf Kästner.
Gezeichnet und geätzt von I. G. Tischbein jnn. 1771. Aueschnitt,
Gotthelf Abraham Kästner, geb. zu Leipzig 27. September 1719,an seinem zwölften Geburtstage (1731) als Student der Rechtswissenschaft inLeipzig immatriculiert, studierte daselbst namentlich Mathematik und philosophischeWissenschaften, wurde 1789 Docent, 1746 außerordentlicher Professor der Mathe-matik und Physik daselbst, erhielt 1756 einen Ruf nach Göttingen als ordentlicherProfessor dieser Wissenschaften, bekam 1765 den Titel Hofrath, starb daselbst den20. Juni. 1800. Seine witzigen „Epigramme" gehören zu den besten unsererLitteratur (erschienen in den „Vermischten Schriften" I. seit 1755, II. seit 1772).„Sinngedichte", herausgegeben von Höpfner (1781).
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Georg Christoph Lichtenberg.
Gezeichnet nnd gestochen von H, Schwenterleh 1791.
Georg Christoph Lichtenberg, geb. 1. Juli 1742 zu Ober-Ramstadtbei Darmstadt, studierte seit 1769 in Göttingen Mathematik. Hier wurde er1769 außerordentlicher und 1775 ordentlicher Professor der Naturwissenschaft. Erstarb dort den 24. Februar 1799. Im Jahre 1788 war er zum Hofrathe ernannt.Sein körperliches Leiden — er war seit seinem achten Jahre buckelig — nährteseinen Hang zur Satyre, die er vielfach in den Dienst der Aufklärung stellte.Noch heute von Bedeutung ist seine „Ausführliche Erklärung der HogarthischenKupferstiche", als besonderes Werk erschienen seit 1794. Gegen Lavater ist gerichtet:„Timorus, d. h. Vertheidigung zweier Jsraeliten, die, durch die Kräftigkeit derLavater'schen Beweisgründe und der Göttinger Mettwürste bewogen, den wahrenGlauben angenommen haben. Von Konrad Photorin" (1778). Viele seiner Ab-handlungen sind in dem von ihm seit 1778 herausgegebenen „Göttinger Taschen-kalender".
Leben, Meynungenund Thaten
von Hieronimus Jobsdem Kandidaten,
und wie Er sich weiland viel Ruhmerwarb
auch endlich als Nachtswächterzu Sulzburg starb.
Vorn, hinten und in der Mittengeziert, mit schönen Holzschnitten.Eine Historia lustig und feinin neumodischen Knittelverseiein.
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Z 5 - Der Herr Inspektor machte den AnfangHustete viermal mit starkem Klang
Schneuzte und räucherte auch viermal sichUnd fragte; Indem er den Bauchstrich:
z6. Ich, als zeitlicher een/E Inspektor,Und der kiesige Geistlichkeit DirektorFrage Sie: L/,r/c-oM§?
Alsbald antwortete Hieronimusr
Z 7 . Ein Bischof ist, wie ich denke,
Ein sehr angenehmes GekränkteAus rothem Wein, Zucker und PomeranzensastUnd wärmet und stärkt mit grosser Kraft.
z 8 - Ueber diese Antwort des Kandidaten IobsesGeschah astgemeines Schütteln des KopfesDer Inspektor sprach zu erst hem.' hemDrauf die andern teounäum ordinem.
zy. Nun hub der Assessor an zu fragen:
Herr Hieronlmuö! thun sie mir sagenWer die Apostel gewesen sind?
HieronimuS antwortete geschwind:
Karl Arnold Kortum.
Im 64. Lebensjahre gezeichnet von Korf, gestochen von Endner. Ausschnitt.
40 . Apostel nennet man grosse KrugeDarin gehet Wein und Biet zur Gasige,
Auf den Dörfern und sonst beym SchmausTrinken die durstigen Bursche daraus.
Münster und Hammbey Philipp Heinrich Perrenon1784.
Titel der ersten Ausgabe von Kortums „Jobsiade" 1784.
Nach dem Exemplare des Herrn Apothekers Grevel in Steele.
Karl Arnold Kortum, geb. 5. Juli1745 zu Mühlheim a. d. Ruhr, studierte von1768—1767 Medicin in Duisburg, wurde dannArzt in seiner Vaterstadt, war seit 1770 Arztin Bochum, wo er als Bergarzt und (seit 1816)als königl. Hofrath den 15. August 1824 starb.Seine „Jobsiade", unser bestes deutsches humo-ristisches Epos, erschien zuerst 1784. Die ersteAusgabe in drei Theilen erschien zuerst 1799.
41 . ueber diese Antwort des Kandidaten IobsesGeschah allgemeines Schütteln des KopfesDer Inspektor sprach zuerst hem! hem!
Draus die andern lecunäum orciinem.
42 . Nun
Seite 74 aus der ersten Ausgabe der „Jobsiade" von 1784,Stelle aus dem Examen.