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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : Eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte / Nach den Quellen bearbeitet von Gustav Künnecke
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XVIII.XIX. Jahrhundert. Buchhändler.

Rudolf Zacharias Becker (17521822), Georg Joachim Göschen (17521828), Johann Friedrich Cotta (17641832),

Friedrich Christoph Perthes (17721843).

Rudolf Zacharias Becker.

Gemalt von F. Tischbein, gestochen von Schlotterbeck. Erschienen 1799 in Nürnberg. Ausschnitt.

Georg Joachim Göschen.

Lithographie nach Zeichnung von S. Gränicher. Nach dem Exemplare der k. k. Familien-fideicommiß-Bibliothet in Wien.

Georg (Jürgen) Joachim Göschen, getauft 22. April 1752 in Bremenauf Kosten seiner Verwandten erzogen, erlernte mit 15 Jahren den Buchhandel, warbei S. L. Crusius in Leipzig (17701783) und in der Dessauer Buchhandlungder Gelehrten, gründete 1785 (mit Ch. G. Körners Unterstützung) eine Buch-handlung in Leipzig, wozu 1793 eine Druckerei mit Didot'schen lateinischen Typenkam. 1797 wurde die Buchhandlung nach Grimma übertragen und die Drucke-rei erweitert. Er starb dort den 5. April 1828. Die Göschensche Buchhandlungwurde 1888 an die Cottasche in Stuttgart verkauft, welche sie 1868 wieder ver-kaufte (an Ferd. Weibert). Göschen verlegte namentlich Werke von Goethe,Schiller, Wieland, Musäns, Klopstock, Jffland, Seume (der bei ihm zeitweiseCorrector war). 1802 gab er eine seinen idealen Standpunkt, den er als Buch-händler vertrat, charakterisierende Schrift heraus:Meine Gedanken über denBuchhandel und über dessen Mangel."

Rudolph Zacharias Becker, (geb. 8.?) getauft 9. April 1752 zu Er-furt, studierte Theologie in Jena, war 1782 Lehrer am Dessauer Philanthropin,lebte seit 1784 in Gotha, wo er 1797 seine Buchhandlung begründete und den28. März 1822 als fürstlich schwarzburg-rudolstädtischer Hofrath starb. Beckersverbreitetste Werke sind:Noth- und Hülfsbüchlein, oder lehrreiche Freuden- undTrauergeschichte des Dorfes Mildheim" (1788). Hiermit sollte dem Bauernstandeim Sinne der Aufklärung emporgeholfen werden. Durchaus seinen Zweck mußtedas in gleicher Absicht abgefaßteMildheimische Liederbuch" (1799) verfehlen, daangeblich naive, für den Bauernstand bestimmte Kunstlieder nie zu sangbaren Volks-liedern werden können. Becker war als Pnblicist bedeutend durch Herausgabe derNationalzeitung der Deutschen" (so lautete der Titel seit 1796) und desAllge-meinen Anzeigers der Deutschen" (so der Titel seit 1806). Seinen in derNa-tionalzeitung" vertretenen patriotischen Freimuth hatte er 18111818 durch siebzehn-monatliche Haft zu büßen.

MW

Johann Friedrich Cotta.

Anonyme Lithographie. Verkleinert. Nach dein Exemplare der k. k. Familienfideicommiß-Bibliothek in Wien.

Friedrich Christoph Perthes.

Gezeichnet von Otto Speckter, gestochen von I. Thaeter.

Friedrich Christoph Perthes, der Schöpfer des neuen deutschen Sor-timentshandcls, geb. 21. April 1772 zu Rudolstadt, war von 1787 bis 1793 inder Böhmischen Buchhandlung in Leipzig, dann in der B. G. Hoffmann'schen inHamburg. Hier begründete er 1796 selbst eine Buchhandlung, an welcher 1798sein Schwager, I. H. Besser, Theilhaber wurde. 1810 führte das Geschäft dieFirma Perthes und Besser, 1821 führte es Besser allein, während Perthes 1821in Gotha ein Berlagsgeschäft begründete, welches noch heute besteht. Perthes half1813, 1814 wesentlich an der Befreiung Hamburgs und Norddeutschlands vomJoche der Fremdherrschaft. Er starb zu Gotha den 18. Mai 1843.

Johann Friedrich Cotta Freiherr von Cottendorf, geb. 27. April1764 in Stuttgart, studierte seit 1782 in Tübingen Rechtswissenschaft, wurde Ad-vocat. 1787 erwarb er die Johann Georg Cottasche Buchhandlung in Tübingen,deren Verlag 1811 nach Stuttgart übersiedelte. 1817 wurde er von Preußenznm geheimen Hofrathe ernannt und von Würtcmberg sein Adel mit dem Zu-sätzevon Cottendorf" erneuert, 1822 erhielt er von Baiern die erbliche Freiherrn-würde. Er starb in Stuttgart den 29. December 1832. Der Name Cotta istmit dem unserer bedeutendsten Dichter eng verbunden. 1794 lernte er Schiller,1795 Goethe persönlich kennen; an ersteren zahlte er bei Lebzeiten 24.106 st.,an dessen Erben (bis zum Jahre 1864) 284.458 fl.; Goethe erhielt von ihm beiLebzeiten 270.937 fl., seine Erben bekamen bis 1864 233.970 fl. Schriftsteller-honorar.

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