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XVIII. Jahrh., Ende, XIX. Jahrh., erstes Drittel.
Romantische Schule.
August Wilhelm von Schlegel ( 1767 — 1845 ), Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel ( 1772 — 1829 ).
August Wilhelm von Schlegel.
Gemalt von Hohneck, gestochen von C. Gonzenbach. Ausschnitt.
August Wilhelm von Schlegel, Sohn des Johann Adolf Schlegel(s. S. 148), geb. 8. September 1767 zu Hannover, studierte seit 1788 in Göt-tingen Theologie, Philologie und schöne Litteratur; hier war Bürgers Bekannt-schaft von großem Einflüsse. Nachdem er 1792—1795 in Amsterdam Hauslehrergewesen, zog er nach Jena, wurde hier Privatdocent, heiratete 1796 Karoline Böh-mer, geb. Michaelis (s. S. 246), wurde 1798 außerordentlicher Professor der Litte-ratur, erhielt den Rathstitel, verließ Jena 1801 und wandte sich nach Berlin, woer Vorlesungen hielt. Seit 1803 lebte er mit Frau von Stael theils auf derenGute Coppet am Genfersee, theils auf großen Reisen. 1809 wurde er zum Schwe-dischen Legationsrathe ernannt; 1813, 1814 war er Secretär des Kronprinzen vonSchweden und für ihn auch vielfach publicistisch thätig. Durch ihn erhielt er dieErneuerung seines Adels; mit Frau von Staöl weilte er wieder in Coppet undParis bis zu deren Tode (1817). 1818 wurde er Professor der Litteratur,Archäologie und Kunstgeschichte in Bonn, wo er den 12. Mai 1845 starb. Schriften:Übersetzung von 16 Shakespeareschen Dramen (1796—1810), von 5 DramenCalderons im „Spanischen Theater" (1803—1809); „Blumensträuße italienischer,spanischer und portugiesischer Poesie" (1803); „Vorlesungen über dramatische Kunstund Litteratur" (1808—1811) (1808 in Wien gehalten); „Theorie und Geschichteder bildenden Künste" (1827); „Charakteristiken und Kritiken" (1801); „Gedichte"(namentlich Sonette) (1800, 1811). Von großer Bedeutung sind Schlegels Sans-kritstudien („Indische Bibliothek" 1823-1880).
Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel, Bruder August Wilhelms, geb.10. März 1772 in Hannover, erlernte Anfangs die Kaufmannschaft in Leipzig, stu-dierte dann seit 1788 in Göttingen und Leipzig Philosophie und Geschichte. Nach ab-wechselndem Aufenthalte in Jena, dem damaligen Hauptlager der Romantiker, undBerlin, gieng er 1802 mit Mendelsohns Tochter Dorothea, der geschiedenen Gattindes Berliner Kaufmanns Simon Veit, nach Paris, studierte hier romanische undindische Sprachdenkmäler und hielt Vorlesungen, trat 1808 in Köln mit seinerGattin zur katholischen Kirche über, lebte dann viel auf Reisen, bis er 1808 in WienHofsecretär der Staatskanzlei, 1815 Legationsrath wurde, als welcher er der Öster-reichischen Gesandtschaft am Frankfurter Bundestage beigegeben war. 1819 kehrteer nach Wien zurück. Privatangelegenheiten hatten ihn im Winter 1828 nach Dresdenreisen lassen, wo er den 11. Januar 1829 starb. Schriften: „Goethe, ein Frag-ment" (1796); „Lucinde, ein Roman" (1799) (Schleiermacher ließ 1799 seine „Ver-trauten Briefe über Fr. Schlegels Lucinde" erscheinen); „Über die Sprache undWeisheit der Jndier" (1808); „Vorlesungen über die neuere Geschichte, gehaltenim Winter 1810 in Wien" (1811); „Geschichte der alten und neuen Litteratur,Vorlesungen gehalten zu Wien 1812" (1815). Seine Zeitschrift „Concordia"(1820—1823) erstrebte Bereinigung aller christlichen Confessionen in der römischenKirche. „Gedichte" (1809).
Anfang des Monologes Hamlets „Sein oder Nichtsein" aus A. W. von Schlegels Shakespeare-Übersetzung.
Aus der eigenhändigen Niederschrift Schlegels auf der königl. Bibliothek zu Dresden.