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X vm. Jahrh., Ende, XIX. Jahrh., erste Hälfte. Romantische Schule.
Karl Joachim Friedrich Ludwig Freiherr von Arnim ( 1781 — 1831 ), Friedrich Karl Heinrich Baron de la Motte Fouque ( 1777 — 1843 ),
Clemens Brentano ( 1778 - 1842 ), Ernst Friedrich Konrad Schulze ( 1789 — 1817 ).
Ludwig Joachim Freiherr von Arnim.
Gemalt von E. H. Strehling, gestochen von C. Funcke, erschienen vor Armins Werken 1837.Ausschnitt. Das Originalgemälde befindet sich setzt im Besitze seines Enkels, des Freiherrnvon Arnim-Bärwalde in Wiepersdorf.
Karl Joachim FriedrichLudwig Freiherr von Ar-nim (Ächim von Arnim), geb.26. Januar 1781 zu Berlin, stu-dierte in Göttingen Naturwissen-schaft, machte große Reisen, aufVenen er namentlich Volksliedersammelte, welche er zusammen mitBrentano — dessen SchwesterBettina (s. Seite 210) er 1811heiratete — bearbeitete und her-ausgab. Er lebte in behaglicherMuße seinen Studien theils inBerlin, theils auf seinem GuteWiepersdorf im Ländchen Bar-walde, wo er den 21. Ja-nuar 1831 als Erb-, Lehen-und Gerichtsherr des Ländchensstarb. Hauptschriften: Die Volks-liedersammlung : „Des KnabenWunderhorn, alte deutsche Lie-der" (1808 — 1819); „Tröst-einsamkeit, alte und neue Sagen,Wahrsagungen, Geschichten undGedichte" (1808) (erschien zuerstunter dem Titel „Zeitung fürEinsiedler" 1806); „Armuth,Reichthum, Schuld und Buße derGräfin Dolores, eine wahre Ge-schichte" (1810); „Die Kronen-wachter. Erster Band: Bert-holds erstes und zweites Leben,ein Roman" (leider unvollendet)(1817). Unter den Novellenseien hervorgehoben: „KaiserKarl V. erste Jugendliebe"(1811); „Der tolle Invalideauf dem Fort Ratonneau"(1818); „Die Majoratsher-ren" (1820); „Die Kircheu-ordnung" (1822); „Die Ver-kleidungen des französischenHofmeisters und seines deut-schen Zöglings" (1824).
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Friedrich Baron de la Motte Fouque.
Gemalt von W. Hensel 1818, gestochen von Fr. Fleischmann. Verkleinert. — Dieses ganze Bild mitseinem romantischen Beiwerke, dem falsch stylisierten, alterthümlich sein sollenden Stuhle, den damalssogenannten gothischen Buchstaben ist charakteristisch für die historisch falsche alterthümelnde Stimmung,in welche sich die meisten Romantiker hineingelebt hatten.
Ernst Schulze.
Gezeichnet von Opitz, gestochen von Coupe. Gering verkleinert, mit Fortlassung derUnterschriften und des Beiwerks.
Clemens Brentano.
Gezeichnet von Ludwig Emil Grimm den 18. Juli 1837, radiert von demselben.
Hintergrund gedeckt.
Ausschnitt.
Friedrich Karl Heinrich Baron de la Motte Fouque (Baron de Tonnai-bontonne), geb. 12. Februar 1777 zu Brandenburg a. d. H., trat 1794 in das Kürassier-regiment Herzog von Weimar ein, nahm als Lieutenant am Rheinfeldzuge Theil, lebtein den Garnisonen Aschersleben und Bückeburg, heiratete 1808 die auch als Romanschrift-stellerin bekannte Karoline von Rochow, geb. von Briest, verließ den Militärdienst, lebteseiner Dichtkunst, machte die Befreiungskriege als freiwilliger Jägerlieutenant mit, tratnach dem Frieden als Rittmeister aus, lebte in Berlin und auf dem Gute seiner Frau,Nennhausen, gerieth allmählich in schlechte Vcrmögensverhältnisse, nahm nach dem 1831erfolgten Tode seiner Frau in Halle seinen Wohnsitz, wo er, pecuuiär von König FriedrichWilhelm IV. unterhalten, Vorlesungen über Geschichte hielt; von ihm wurde er 1842 nachBerlin berufen, wo er am 23. Januar 1848 starb. Bon seinen sehr zahlreichen Roma-nen, Märchen, Sagen, Erzählungen hat sich auf unsere Tage nur „lindine" (1811) gerettet;unter seinen nicht weniger zahlreichen Dramen war seinerzeit „Sigurd, der Schlangen-tödter, ein Hcldcnspiel in sechs Abenteuern" (1808) das bekannteste. Er dichtete 1818für die Freiwilligen das Kriegslied: „Frisch auf zum fröhlichen Jagen."
Clemens Brentano La Röche, geb. 9. September 1778 zu Frankfurt a. M.,sollte Kaufmann werden, zeigte sich unbrauchbar dazu, studierte auf verschiedenen Uni-versitäten, seit 1797 in Jena, wo er mit den Vertretern der Romantik in Beziehungenkam, welchen er durch die Schilderungen in seinem Romane „Godwi" (1801, 1802)einen schlechten Dienst erwies. Ein mehrjähriger Aufenthalt in Heidelberg, welcher seinunstätes Wanderleben unterbrach, ließ ihn Gelegenheit finden, mit Arnim „Des Knaben
Wunderhorn" herauszugeben und an der „Einsiedlerzeitung" zu arbeiten (1806—1809).Cassel, Landshut, Prag, ein Familiengut in Böhmen, Wien, dann wieder Berlin (1816)dienten ihm zu vorübergehenden: Aufenthalte, bis er bei der stigmatisierten JungfrauKatharina Emmerich in Dülmen einen ihn 1818—1824 fesselnden Aufenthaltsort fand,welcher seiner nicht lange vorher stattgehabten Bekehrung zusagte. Nach dem Tode derKatharina Emmerich fing er das frühere Wanderleben wieder an und starb geistesverwirrtbei einem Gesinnungsgenossen, seinem Bruder Christian, in Aschaffenburg den 28. Juli1842. Schriften (außer den genannten): „Geschichte vom braven Kasperl unddem schönen Annerl" (1817); „Gockel, Hinkel, Gackeleia, Märchen" (1838); „Des Uhr-machers Bogs wunderbare Geschichte" (zusammen mit Görres) (1807); „Die drei Nüsse",Volkserzählung (1884); „Die mehreren Wehmüller und ungarischen Nationalgesichter"(1817). Er erneuerte auch Georg Wickrams „Goldfaden" (1809) und F. von Spees „Trutz-Nachtigall" (1817). Von ihm ist das Lied: „Nach Scvilla, nach Scvilla" (aus seinemLustspiele „Uonss äs Iwon", 1804).
Ernst Friedrich Konrad Schulze, geb. 22. März 1789 zu Celle, studierte inGöttingen seit 1806 Theologie und Philologie, habilitierte sich daselbst, machte als Frei-williger den Befreiungskrieg mit (1814), nahm nach dem Feldzugc seine akademischeThätigkeit wieder auf, starb im väterlichen Hause zu Celle den 29. Juli 1817. Hauptwerke:„Die bezauberte Rose, romantische Erzählung in drei Sträußen" (1818); „Cäcilia, einromantisches Gedicht" (1818). Letzteres ist eine Verherrlichung seiner früh verstorbenenBraut Cäcilie Tychsen.