XIX. Jahrhundert, erste Hälfte.
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Die patriotischen Dichter.
Ernst Moriz Arndt (1769—1860).
Ernst Moriz Arndt.
Arndt etwa aus den Zeiten der Freiheitskriege. Gering verkleinerter Ausschnitt anS dem Kupferstichevon H. LipS. DaS älteste erhaltene Bild ArndtS.
Ernst Moriz Arndt, geb. 26. December 1769 zu Groß-Schoritz auf Rügen,widmete sich dem Studium der Theologie in Halle und Jena (1791—1794), gab dieTheologie auf, wurde Privatdocent der Geschichte in Greifswald (1800), 1805 außer-ordentlicher Professor, flüchtete bei Napoleons siegreichem Vordringen wegen desersten Bandes seines Werkes „Geist der Zeit"„(gedr. 1806) nach Stockholm, der zweiteBand dieses Werkes (gedr. 1808) hatte seine Ächtung zur Folge. 1809 lebte er bei denPatrioten in Berlin, 1810—1811 war er wieder Professor in dem Schwedischen Greifs-wald, nahm seine Entlassung und wirkte seit 1812 in Berlin, Breslau, St. Peters-burg mit Stein, Scharnhorst, Gneisenau für die Befreiung des Vaterlandes. Damalssang er seine begeisterten Freiheitslieder und schrieb seine mächtigen Flugschriften.Seit 1817 in Bonn und seit 1818 Professor der dortigen Universität, kämpfte er na-mentlich im vierten Bande seines Werkes „Geist der Zeit" (erschienen 1818) uner-schrocken für seine lieben Deutschen weiter, und er, der königstreucste, ehrlichste Pa-triot, wurde als Demagoge in Untersuchung gezogen und von seinem Amte suspen-diert (10. Februar 1820). Erst Friedrich Wilhelm IV. gab ihm 1840 die Professurwieder. 1848 war er im Frankfurter Parlamente, trat 1849 den 80. Mai mitseinen Parteigenossen aus. 1854 nahm er den Ruhestand und starb zu Bonn den29. Januar 1860. — Patriotische Lieder: „Was ist des Deutschen Vaterland",„Was blasen die Trompeten", „Der Gott, der Eisen wachsen ließ", „Wer ist einMann", „Frisch auf, ihr deutschen Schaaren", „Wo kommst du her in dem rothenKleid", „Sind wir vereint zur guten Stunde", „O du Deutschland, ich muß mar-schieren". Der Nachklang seiner Freiheitslieder ist sein 1888 gedichtetes „Eisenlied":„Könnt' ich Löwenmähnen schütteln". — Flugschriften aus 1818—1814: „Katechis-mus für den deutschen Kriegs- und Wehrmann" (1813), „Was bedeutet Landsturmund Landwehr?", „Der Rhein Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze"(1813), „Über künftige ständische Verfassung in Deutschland" (1814). Von seinenübrigen Schriften und Liedern sei hervorgehoben: „Wanderungen und Wande-lungen mit dem Freiherrn v. Stein" (1858); „Aus Feuer ward der Geist geschaffen"(1816) ; „Bringt mir Blut der edlen Reben" (1817); „Juchhei Blümelein, dufte undblühe" (1813); „O lieber heil'ger frommer Christ" (1810); „Geht nur hin und grabtmein Grab".
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Vater Arndtim Greisenalter.
Lithographie von G. Engelbach in Berlin. Ausschnitt. Nach dem im Besitze des nunmehr verstorbenenForstmeisters K. M. Arndt, eines Sohnes von Ernst Moriz. befindlichen Exemplare, welcher dieses Bildseines greisen Baters für „überaus treffend" erklärte.
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Die drei L. Gedicht von E. M. Arndt; Bonn, Frnhlingsmond 1850.
Original im Kvrnerniuseum zu Dresden