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XIX. Jahrhundert, erste Hälfte. Philosophie, Kritik.
Wilhelm Hegel (1770—1831), Friede. Herbart (1776—1841), Arthur Schopenhauer (1788—1860), David Friedr. Strauß (1808—1874).
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Wilhelm Hegel.
Gemalt von Teller, gestochen von Bollinger. Verkleinerter Ausschnitt.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, geb. 28. August 1770 zu Stuttgart,studierte im Stifte zu Tübingen 1788—1790 im philosophischen, 1790—1793 imtheologischen Cursus, war dann Hauslehrer in Bern (bis 1797) und Frankfurt,habilitierte sich 1801 in Jena, wirkte mit Schelling zusammen, bis ihr Gegensatzdurch Hegels „Phänomcnologie des Geistes" (1806) scharf hervortrat; 1805 außer-ordentlicher Professor, 1807—1808 Zeitungsredacteur in Bamberg, 1808—1816Rector des Ägidien-Gymnasiums in Nürnberg, wurde 1816 Professor in Heidel-berg, 1818 in Berlin, wo er den 14. November 1831 an der Cholera starb. —Hauptschriften: „Phänomcnologie des Geistes" (1807); „Wissenschaft der Logik"(1812—1816); „Encyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundriß"(1817); „Vorlesungen über die Ästhetik (Bd. X der Werke, 1835—1838); „Überdie Philosophie der Religion" (Werke XI—XII, 1882): „Grundlinien der Philo-sophie des Rechtes" (Werke VIII, 1833).
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Arthur Schopenhauer.
Radierung von M. Lämniel. Ausschnitt. Aus dem Werke: Leben Schopenhauers von Gwinner,Verlag von F. A. Brockhaus in Leipzig. Mit Bewilligung des Verlegers.
Arthur Schopenhauer, geb. 22. Februar 1788 in Danzig (Sohn vonJohanna Schopenhauer), war zum Kaufmanne bestimmt, studierte seit 1809 inGöttingen, 1811 in Berlin, promovierte 1813 in Jena, lebte im Winter 1813—1814 in Weimar im Verkehre mit Goethe und trieb Studien über indische Philo-sophie, arbeitete 1814—1818 zu Dresden an seinen optischen und philosophischenHauptwerken, unternahm dann längere Reisen, war 1820 — 1831 in Berlinohne Erfolg als Privatdocent habilitiert, zog nach Frankfurt a. M. über, woer am 21. September 1860 starb. Hauptwerke: „Die Welt als Wille undVorstellung" (1819). Fast noch mehr wirkten für Verbreitung der Schopen-hauerschen Philosophie die „Parerga und Paralipomcna" (1851). Andere Schrif-ten : „Über den Willen in der Natur" (1836); „Die beiden Grundprobleme derEthik" (1841).
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Friedrich Herbart.
Gezeichnet von C. H. Steffens, gestochen von C. Gener, vor Bd. I der von G.IHartenstein bei Leopold Voßin Leipzig seit : 850 herausgegebenen Werte Herbarts. Verkleinerter Ausschnitt.
Johann Friedrich Herbart, geb. 4. Mai 1776 zu Oldenburg, in Jena1794—1797 auf der Universität, wo er Fichte hörte; 1797—1800 Hauslehrer inBern, habilitierte sich 1802 in Göttingen, wurde daselbst 1805 außerordentlicherProfessor, erhielt 1809 die ordentliche Professur für Philosophie und Pädagogikin Königsberg, 1888 dasselbe Amt in Göttingen, wo er am 14. August 1841starb. — Hauptwerke: „Allgemeine Pädagogik" (1806); „Allgemeine praktischePhilosophie" (1807); „Hauptpunkte der Metaphysik" (1807); „Hauptpunkte derLogik" (1807); „Lehrbuch zur Einleitung in die Philosophie" (1814); „Lehrbuchder Psychologie" (1816); „Psychologie als Wissenschaft"'(1824—1825); „AllgemeineMetaphysik" (1828-1829).
David Friedrich Strauß.
Nach einer Photographie lithographiert von P. Rohrbach : 874 . Verkleinerter Ausschnitt. Mit Bewilligungdes Verlegers Herr» Emil Strang.
David Friedrich Strauß, geb. 27. Januar 1808 zu Ludwigsbnrg, stu-dierte seit 1825 im theologischen Stifte zu Tübingen, war 1831 Professorats-verweser in Manlbronn, 1832 Repetent am Tübinger Stifte, 1885 dieser Stelleenthoben, war er bis 1836 Lehrer am Lyceum zu Ludwigsburg, 1839 Professorder Dogmatik und Kirchengeschichte in Zürich, mußte als solcher pensioniert werden,lebte an verschiedenen Orten (Stuttgart, Heidelberg, München, Berlin, Darmstadt),zuletzt in seiner Vaterstadt, wo er am 8. Februar 1874 starb. — Kritisch-theo-logische Schriften: „Das Leben Jesu" (1835); „Streitschriften" (1837); „Die christ-liche Glaubenslehre" (1840—1841); „Der alte und der neue Glaube" (1872).Biographische: „Schubarts Leben" (1849); „Christian Märklin" (1851); „Rico-demus Frischlin" (1855); „Ulrich von Hütten" (1858—1860); „Hermann SamuelRcimarus" (1861); „Voltaire" (1870). Ferner: „Poetisches Gedenkbuch"; „Ge-dichte aus dem Nachlasse" (1878).