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XIX. Jahrhundert, erste Hälfte. Geschichte, Geographie.
Friedr. Christ. Schlosser (1776-1861), Barth. Georg Niebuhr (1776-1831), Friedr. Christ. Dahlmaim (1785-1860), Karl Ritter (1779-1859).
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Gezeichnet von Julius
Barthold Georg Niebuhr.
Schnorr von Karolsfeld 1823, gestochen von Nnschenwcgh 1831. Ausschnitt.
Friedrich Christoph Schlosser.
Nach Österley gezeichnet von H. Baumgärtner und lithographiert von Herm. Eichens.'
Verkleinerter Ausschnitt.
Friedrich Christoph Schlosser, getauft 17. November 1776 zu Jeder,studierte Theologie in Göttingen, bekleidete verschiedene Hauslehrerstellen, bis er1808 Conrector in seiner Vaterstadt wurde; 1810 erhielt er die Stelle des Pro-fessors der Geschichte und Philosophie am Lyceum zu Frankfurt a, M,, wurde1814 daselbst Stadtbibliothekar und 1819 Professor der Geschichte in Heidelberg,wo er den 23. September 1861 starb. — „Weltgeschichte in zusammenhängenderErzählung" (1815 -1841); „Geschichte des XVIII. Jahrhunderts" (1823); „Ge-schichte des XVIII. und XIX. Jahrhunderts" (1836—1848); „Weltgeschichte fürdas deutsche Volk" (fortgesetzt von Kriegk, 1843—1856).
Friedrich Christian Dahlmanu.
Nach einer im Besitze seines Sohnes, des Herrn LandgcrichtsdirectorS Dnhlmnnn in Marburg, befind-lichen Dagucrrothpie etwa aus dem Jahre ISSV, umgezeichnet.
Friedrich Christian Dahl-m a n n, geb. 18. Mai 1785 in Wismar,studierte in Kopenhagen und Halle(1804) Philosophie, habilitierte sich inKopenhagen 1811, wurde 1812 nachKiel berufen und dort 1813 außer-ordentl. Professor der Geschichte. AlsSecretär der Schleswig-HolsteinschenPrälaten und der Ritterschaft machteer sich durch Vertreten des national-deutschen Standpunktes unbequem, sodaß ihm 1829 eine ordentliche Professurin Göttingen (für Politik, Cameral-und Polizeiwissenschaft) gelegen kam.Beim Hannoverischen Verfassungs-bruche stand er an der Spitze der Göt-tinger Sieben, wurde entlassen unddes Landes verwiesen (1887). Ohneöffentliche Stellung verbrachte er dieJahre 1887—1888 in Jena, 1888—1842 in Leipzig. 1842 wurde D. inBonn Professor der deutschen Geschichteund der Staatswissenschaften. 1848—1850 war seine akademische Wirksam-keit unterbrochen durch seine politischeThätigkeitim Bundestage, in der Sieb-zehnercommission, im Berfassungs-ausschusse des Parlaments (bis zumAustritte der 65 am 21. Mai 1849),in der ersten Kammer zu Berlin undim Erfurter Parlamente. Doch sollteD. nicht mehr erleben, was er durchLeben, Lehren und Leiden vorbereitethatte; er starb 5. Dec. 1860 zu Bonn.— Schriften; „Politik auf den Grundund das Maß der gegebenen Zuständezurückgeführt" (1835); „GeschichteDänemarks" (1840—1844); „Geschichteder englischen Revolution" (1844);„Geschichte der französischen Revolu-tion" (1845).
Karl Ritter, geb. 7. Aug. 1779in Quedlinburg, kam mit seinem Haus-lehrer Gutsmuths als erster Schülerin Salzmanns Erziehungsinstitut nachSchnepfenthal, 1796 bezog er von hieraus auf Kosten der Frankfurter Fami-lie Hollweg die Universität Halle, warvon 1798 an Erzieher im Hause Holl-weg, besuchte seit 1814 mit seinen Zög-lingen die Universitäten Göttingen undBerlin, wurde 1819 Lehrer am Gym-nasiumzu Frankfurt a. M., 1820 außer-ordentlicher Professor für Geographiean der Universität und für Statistik ander Kriegsschule zu Berlin, dann Stu-diendirector an derselben und Mitgliedder Akademie. Er starb in Berlin den28. Sept. 1859. Ritter ist der Schöpferder vergleichenden wissenschaftlichenErdkunde (neben A. v. Humboldt). —Hauptwerk: „Erdkunde im VerhältniszurNatnr und Geschichte des Menschen,oder allgemeine vergleichende Geogra-phie" (seit 1817, 1822).
Barthold Georg Niebuhr, geb. 27. August 1776 zu Kopenhagen (nichtin Meldorf, trotz der dort am angeblichen Geburtshause angebrachten Gedenktafel),bezog 1792 die Büsch'sche Handelsakademie in Hamburg, kehrte nach wenigen Mo-naten ins Vaterhaus zurück, gieng 1794 auf die Kieler Universität, war 1796Secretär des Grafen Schimmelmann, 1797 Bibliothekarsecretär in Kopenhagen,1800 Secretär des Commerzcollegs in Kopenhagen, 1804 Director an demselben,1806 trat er in preußische Dienste als Director der Seehandlung. In dieserStellung hat er, in Preußens schwerster Zeit, im Finanzfache wichtige treue Dienstegeleistet. 1809 ward er zum geh. Staatsrathe ernannt, gab seine Stellung in derFinanzverwaltung auf und hielt 1810—1812 an der neuen Universität BerlinVorlesungen über römische Geschichte. 1813—1814 war er im Hauptquartiere(als Redacteur der Zeitung: „Der preußische Korrespondent"), 1816—1823 alsGesandter in Rom thätig. Seit 1824 lebte er als Privatgelehrter in Bonn undhielt Vorlesungen an der Universität. Er starb hier den 2. Januar 1831 alsköniql. geh. Staatsrath. — Hauptwerk: „Römische Geschichte" (1812 ff.); „KarstenNiebuhrs Leben" (1817). Aufsätze im „Rheinischen Museum" (1827—1829);„Griechische Heroengeschichten" (1842); „Geschichte des Zeitalters der Revolution"(1845).
Karl Ritter.
Nach Photographie gestochen von Jul. Thäter, vor Bd. I des Werkes von Krämer: Karl Ritter, einLebensbild. Halle, Waisenhansbuchhandlung.