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XIX. Jahrhundert, erste Hälfte. Die Österreichischen Dichter.
Jgnaz Friedrich Castelli (1781—1849), Johann Nepomuk Vogl (1802—1866), Karl Hcrlossohn (1802—1849),
Ernst Freiherr von Feuchtersleben (1806—1849).
Jgnaz Friedrich Castelli.
Gezeichnet und lithographiert von Kriehubcr 1842. Verkleinerter Ausschnitt. Nach dem Exemplareder k. k. Fannlienfideicommiß-Bibliothek in Wien.
Jgnaz Friedrich Castelli, geb. 6. März 1781 in Wien, studierte Rechts-Wissenschaft, seit 1801 Beamter der Nieder-österreichischen ständischen Buchhaltung,wurde wegen seiner patriotischen Gedichte („Kriegslied für die österreichische Armee")proscribiert, seit 1815 wieder im ständischen Dienste, wurde Landschaftssecretär,Herrenstandsagent, ständischer Bibliothekar, seit 1842 im Ruhestände, lebte aufseinem Gute Lilienfeld, seit 1849 wieder in Wien, wo er den 5. Februar 1862starb. — „Poetische Kleinigkeiten" (in dem dritten Bündchen s1819s das einst vielgesungene Lied: „Wenn ich ein Blümlein schau"); „Gedichte in niederösterreichischerMundart" (1828); Text zu Weigls „Schweizerfamilie" (1810); „Die Schwäbin",Lustspiel (1834); „Abneigung aus Liebe", Lustspiel (1817).
Karl Herlossohn.
Gezeichnet von A. Richter, gestochen von W. C. Wrankmore. Aus der Zeitschrift Libussa, Jahr-gang VIII, 1849. Umgezeichnet.
Georg Karl Reginald Herlossohn (eigentlich Herloß), geb. 2. Sep-tember 1802 in Prag, hatte Rechtswissenschaft studiert, lebte seit 1825 in Leipzigals Litterat, wo er den 10. December 1849 starb. — Seine Erzählungen: „Emmi"und „Bielliebchcn" (1827) persiflierten Claurcns Manier; früher vielgeleseneRomane: „Stesan Math" (1828), „Der Venezianer" (1829), „Der Ungar" (1832),„Der letzte Taborit" (1884). Von seinen „Lyrischen Gedichten" (gesammelt zuerst1842) werden die beiden sentimentalen: „Wenn die Schwalben heimwärts zieh'n"und „Ob ich dich liebe, frage die Sterne" nach Abts Mclodicen noch jetzt vielgesungen.
Johann Nepomuk Vogl.
Gezeichnet von Strixner, gestochen von C. Kotterbo. Ausschnitt. Nach dem Exemplare derk. k. Familienfideicommiß-Bibliothek in Wien.
Johann Nepomuk Vogl, geb. 2. November 1802 in Wien, anfangsKaufmann, seit 1829 Beamter der Nieder-österreichischen Stünde, starb zu Wienden 16. November 1866. — „Balladen und Romanzen" (1885 sf.); „Volksmärchen"(1887); „Klänge und Bilder aus Ungarn" (1889); „Deutsche Lieder" (1849);„Soldatenlieder" (1849); „Schnadahüpfls" (1850); „NeueGedichte" (1856); „Twar-dowski, der polnische Faust" (1861); „Aus dem alten Wien" (1865). — EinzelneLieder: „Ade du liebes Waldesgrün" (1836), „Gegrüßt du Land der Treue" (1844).
SW
Ernst Freiherr von Feuchtersleben.
Gezeichnet von I. Tauhauscr, gestochen von Fr. Stöber. Beilage zur „Wiener Zeitschrift" Nr. 158vom 3. Oktober 1840. Ausschnitt.
Ernst Freiherr von Feuchtersleben, der Dichter des Liedes: „Esist bestimmt in Gottes Rath", geb. zu Wien 29. April 1806, seit 1833 pro-movierter Arzt, 1840 Secretär der k. k. Gesellschaft der Ärzte, 1844 Docent derWiener Universität, 1847 Vicedirector der mcdicinisch-chirurgischcn Studien, 1848eine Zeitlang (bis Octobcr) Unterstaatssccrctür im (nationalen) Unterrichtsministe-rium, starb zu Wien den 3. September 1849. — „Gedichte" (1836). Viclvcr-breitet ist sein Buch: „Zur Diätetik der Seele" (1838).