s> 294 -H-
Drama.
XIX. Jahrhundert, erste Hälfte.
Karl von Holtet (1798-1880), Julius Mosen (1803—1867).
MWKW
AM-.
Kk'.Ä-
Karl von Holtet.
Nach Originalphotographie des im Besitze des Schlesischen Kunstvereines zu BreSlau befindlichen Öl-gemäldes von C. Kreyher umgezeichnet. Ausschnitt.
MUMM
Julius Mosen.
Gemalt 1838 von I. K. Bahr, lithographiert von Haufstängl. Gering verkleinerter Ausschnitt. NachMittheilung seines Sohnes, des Herrn Dr. N. Mosen in Oldenburg, das beste Bild seines Vaters.
Eigenhändiges Gedicht von Holtei.
Original im Besitze der Berlagshandlung. — Wohl selten hat ein Dichter in so wenig Zeilen sein Lebenund Schaffen so tief und wahr charakterisiert.
Karl von Holtei, geb. 24. Januar 1798 zu Breslau, sollte Landwirthwerden, machte 1815 den Feldzug mit, studierte in Breslau, gieng 1819 zumTheater. Es ist nicht möglich, ihn auf seinem Wanderleben, welches ihn alsTheaterdichter, Schauspieler, Vorleser, Schriftsteller durch Deutschland und Öster-reich führte, zu verfolgen; namentlich in Berlin, Breslau, Darmstadt, Wien hielter sich auf. Auch bei Goethe war er 1827, 1828, 1829 in Weimar, welcher ihnsehr schätzte. 1847—1870 lebte er meist in Graz, seit 1870 in Breslau, wo er imKloster der Barmherzigen Brüder den 12. Februar 1880 starb. — Seine belieb-testen Liederspiele sind: „Die Wiener in Berlin" (1825), „Die Berliner in Wien"(1826), „Der alte Feldherr" (1829, hierin die Lieder: „Ford're Niemand meinSchicksal zu hören", „Denkst du daran, mein tapfrer Lagienka"). — „Lenore",Vaterländisches Schauspiel (1829, hierin das Mantellied: „Schier dreißig Jahrebist du alt"); „Lorbeerbaum und Bettelstab", Schauspiel (1840); Roman: „DieVagabunden" (1851). — „Schlesische Gedichte" (1830). — Biographie: „VierzigJahre" (1843-1844).
Erster Vers von Mosens Liede: „Die letzten Zehn vom 4. Regiment.
Eigenhändige Niederschrift. Original im Besitze der Verlagshandlung.
Julius August Mosen (so lautet der Name seit Verordnung der Zwick-auer Kreisdirection vom 14. September 1847, ursprünglich hieß er Moses), geb.8. Juli 1803 zu Marieney im Voigtlande, Sohn eines Schuhmachers, wurde nachAblegung seines juristischen Examens (1828) Advocat, lebte als solcher seit 1884in Dresden, wurde 1844 zum Dramaturgen des Hostheaters in Oldenburg undzum Hofrathe ernannt, wurde von einem, seine amtliche und dichterische Wirksam-keit lähmenden Leiden befallen, welchem er erst am 10. October 1867 zu Oldenburgerlag.— Dramen: „Heinrich der Finkler" (1836), „Otto III." (1889), „Der Sohndes Fürsten" (1858). — Epen: „Das Lied vom Ritter Wahn" (1831), „Ahasver"(1838). — Novellen: „Der Gang nach dem Brunnen" (1825), „Die blaue Blume"(1840), „Das Heimweh" (1844), „Bilder im Moose" (1846). — Roman: „Der Con-greß von Verona" (1842). — „Gedichte" (1836,1843 u. ö., darunter: „Zu Mantnain Banden" (1832), „Zu Warschau schwuren Tausend auf den Knieen" (1886),„Der Trompeter an der Katzbach").