Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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die erste Einrichtung seines Hausstandes zu erleichtern,entschloß ich mich, ihm nachzugeben und den Handel raschzu beendigen.

Ich fand ihn auf seinem alterthümlichen Sitze ein-sam und in vernachlässigtem Zustande. Sein grauesHaar hing ihm unordentlich in die Stirn und hinunterauf den Nacken. Als er meine Bereitwilligkeit vernahm,blitzten seine erloschenen Augen auf bei der freudigenNachricht. Rafft und sammelt er doch in seinen altenTagen, uneingedenk daß sein Stamm mit ihm verdorrenund er seine Habe lachenden Erben lassen wird.

Er führte mich in ein kleines Thurmzimmer, wo erin einem wurmstichigen Schranke seine Schriften ver-wahrt, hieß mich Platz nehmen und bat mich den Con-tract schriftlich aufzusetzen. Ich hatte meine kurze Arbeitbeendigt und wandte mich zu dem Alten um, der unter-dessen in den Schubladen gekramt hatte, nach seinemSiegel suchend, das er verlegt zu haben schien. Wie ichihn alles hastig durcheinanderwerfen sah, erhob ich michunwillkürlich, als müßt' ich ihm helfen. Er hatte ebenWie in sieberischer Eile ein geheimes Schubfach geöffnet,als ich hinter ihn trat, einen Blick hineinwarf undtief aufseufzte.