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Das Leben Raphaels / von Herman Grimm
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Zweites Kapitel

zu Vasari's Zeiten schon, in denen sich zeigte, was er inseinen besten Stunden zu leisten vermochte. Heute hater Freunde und Verehrer unter den Kunsthistorikern.

Ueber Raphael's erste Jugend berichtet sein Bio-graph Vasari :

,Geboren wurde er in Urbino am Charfreitage 1483,drei Uhr Nachts. Sein Vater war Giovanni Santi , einnicht sehr ausgezeichneter Maler, ein Mann jedoch vongesundem Verstände und wohlbefähigt, seinen Kinderndie Erziehung zu geben, die ihm in seiner Jugend selbstleider nicht zu Theil geworden war. Dies bewies erdarin schon, daß er daraus bestand, Raphael solle nichtzu einer Amme gethan, sondern von seiner eignen Muttergenährt werden. Als er bei seinem Sohne dann Talentzur Malerei entdeckte, so übte er ihn darin, und Raphaelist als Kind schon bei vielen Arbeiten, welche sein Vaterim Urbinatischen ausführte, ihm zur Hand gewesen. AlsGiovanni in der Folge aber merkte, daß sein Sohnwenig bei ihm lernen könne, entschied er sich, ihn zuPerugino zu thun, der unter den Malern damals denersten Rang einnahm, und machte sich nach Perugia auf,fand Perugino dort aber nicht und nahm, um ihn zuerwarten, einige Arbeit in der Kirche Sän Francescoan. Perugino kam endlich aus Rom in Perugia wiederan, traf Giovanni Santi da, befreundete sich mit ihmund nahm seinen Wunsch, Raphael betreffend, gern ent-gegen. Giovanni kehrte nun nach Urbino zurück undführte das Kind nicht ohne viele Thränen der Mutter,die es zärtlich liebte, seinem neuen Meister zu, der beimAnblicke dessen, was Raphael von seinen Sachen vorwies,das günstige Urtheil über ihn fällte, das in der Folgesich dann auch bestätigte.'