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Das Leben Raphaels / von Herman Grimm
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Zweites Kapitel

Oheim von mütterlicher Seite, der Vormund wird; derGoldschmied Parte, Vater der Stiefmutter, der diese beidem beginnenden Erbschaftsprocesse vertritt, über welchenwir noch Akten haben. Und Andere. Man hat diesenLeuten den Anschein eigner Persönlichkeiten zu gebenversucht: jede Familie pflegt in guten und bösen Mit-gliedern ein Abbild der großen Menschheitsfamilie zuliefern fl.

Nach Urbino ist Raphael zu verschiedenen Zeitenzurückgekehrt und hat mit den Seinigen dort immer infreundschaftlichem Verkehr gestanden.

3 .

Das Spvsalipo.

Zu Perugino also, in dessen Werkstatt nach Perugia war Raphael früh von seinem Vater gebracht worden.

Perugino kennen wir aus zahlreichen Werken. Erwar vielbeschäftigt und berühmt, hat die höchste Höheindividuellen Künstlerthums aber nicht erreicht. Er hatteAteliers in Rom und Florenz und nahm Aufträge anbis nach Norditalien . Bei harter Arbeit war er empor-gekommen. Im Alter noch heirathete er und hatte

3 Aufsatz im Jahrbuche der preuß. Kunstsamml. 1882, Heft II.Drei Aktenstücke aus dem Archive von Urbino . Ungenügend her-ausgegebene Bruchstücke aus Aktenstücken, die die Besitzverhält-nisse betreffen, haben zu diesen Vermuthungen über die Charaktereund die Gegensätze innerhalb der Familie Santi Anlaß gegeben,die, aus einem Buche in's andre übergehend, den Anschein vonThatsachen angenommen hatten. Die Publication dieser Doku-mente und deren nun mögliche richtige Interpretation hat alldas beseitigt. In der ersten Auflage sind diese Verhältnisse zumTheil bereits genau erörtert worden.