Buch 
Das Leben Raphaels / von Herman Grimm
Seite
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-« Die Madonna di Perugia

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die ich oben schon nannte, enthält voller als jedes andereMadonnengemälde seiner Hand die Ruhe, die auch dieSeele eines Kindes erfüllt. Nur aus dem Nachklangeigener Erinnerung heraus meint man, habe ein Malerdas so fühlen können. Wie das Kind aus dem Gemäldeheraus uns ansieht! So machen die Kinder nach demSchlafen die Augen groß auf als machten sie, währendsie noch im Traume sind. Kein Maler, so weit die Weltist, hat das zu malen gewußt wie Raphael und keinervielleicht erlebte es so wie er. Nur Dürer, wenn er imMarienleben die Jungfrau neben der Wiege sitzen läßt,von Engeln umgeben, die des ganzen Haushaltes ringsherum als dienende Geister sich bemächtigt haben, wäh-rend Gottvater im langen Mantel aus den Höhen herab-blickt, hat den Ausdruck des glücklichen Gefühls in andererWeise hier erreicht. Auch er schildert den Märchentraum,in den das Leben für die ersten Zeiten sich einem Kindeauflöst st.

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Piero della Franrrsra in Cikkä di Caflrllo.

Perugino war Florentiner seiner Kunst nach. Gio­ vanni Santi aber weist in seinen Bildnissen auf eineandere Schule hin, deren Malweise er sich aneignete,die berühmte Umbrische Schule, die von Rumohr, demgeistreichsten unter den modernen Beurtheilern Raphael's,zuerst festgestellt wurde. Ihr Stifter war Piero della

ü Man wird bei allen denen, welche Raphael's Leben ge-schrieben haben, Träumereien dieser Art entdecken. Ueber Ra-phael's Verhältniß zu seinem Vater schreiben Pungileoni undPassavant in diesem Sinne,- über seinen Verkehr mit PeruginoCrowe und Cavalcaselle.

Grimm, Raphael. t. Aufl.

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