Buch 
Das Leben Raphaels / von Herman Grimm
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Viertes Kapitel -----

sich erdenken. Die Zeiten dieser Unwissenheit verachtetGott und verkündigt den Menschen, sie sollen Buße thun,dadurch, daß er einen Tag angesetzt hat, an welchem erüber den Erdkreis Gericht halten wird nach rechtemMaße, in dem Manne, den er ausgewählt hat, in demer Allen den Glauben darbietet und den er von denTodten aufgeweckt hat?

,Als sie aber die Auferweckung der Todten hörten,lachten Einige, Andere aber sagten, darüber wollen wirdich noch einmal hören. So ging Paulus von ihnen.Einige Männer aber hingen ihm an und glaubten,darunter auch Dionysius Areopagita und eine FrauNamens Damaris und Andre mit ihnen?

Ich habe Paulus ' Rede nach der Vulgata übersetzt,weil diese Raphael vorlag, und so modern als möglichgehalten, weil sie, um recht verstanden zu werden, einerSprache bedarf, die von der heutigen in nichts abweicht.Ich lese sie mit immer neuem Erstaunen. Sie erklärtPaulus ' Art, als Missionar zu wirken, besser als seineBriefe. Ein Missionar muß sich in die Gedanken dererversetzen, auf die er Eindruck machen will. Wie Paulus sich hier zu den Athenern stellt, ist er als Mann vonGeist und Energie ganz begreiflich. Man meint, es habeJemand nachgeschrieben was er sagte, da so viel Per-sönliches herausklingt.

Die Geschichte der Scholastik macht klar, inwieferndiese Scene und dieser Apostel hier gewählt worden sind.Bis zum zwölften Jahrhundert waren die Bibel und dieSchriften der Kirchenväter das Material, mit dem dietheologischen Streitigkeiten geführt wurden. Da wardvon Abälard auf der Pariser Universität der Versuchgemacht, die Menschliche Vernunft' als drittes Element