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Ländern Europas noch gleichmäßig zeigten und die inihren letzten Kämpfen sich dann erst auf Deutschland be-schränkte. Paulus ist die lebendigste historische Persön-lichkeit im Jahrhundert der Reformation.
Auch das vorige Jahrhundert und die erste Hälftedes unsrigen, die Zeiten Goethe's , waren von einersentimentalen Anschauung des Alterthums beherrscht, dieheute zu verschwinden beginnt. Es gleicht darin demitaliänischen Quattrocento. In der durch die geistigeCultur der Griechen repräsentirten Vergangenheit sahman einen hochbeglückten Zustand der Menschheit, denjemals wieder zu erlangen nicht möglich schien. Für dasHöchsterreichbare wurde das verständnißvolle Durchdringender Erbschaft an Schriften und Kunstwerken erachtet, dieaus jenen Tagen höchster geistiger Schöpferkraft auf unsgekommen waren. Man erblickt in Raphael, der derAntike ja so viel verdankte, einen Mann, der diese An-schauungen theilte. So aber hatten die Dinge im be-ginnenden Zeitalter der Reformation nicht gelegen;Raphael wurzelte durchaus in seiner Zeit, die er imGefühle der eignen Schöpferkraft nicht niedriger stellenkonnte als die noch so glorreichen früheren Jahrhunderte.Die Trennung von kirchlichem Gefühl und antiker Ge-sinnung, die uns heute so geläufig ist, war für Raphaelnicht da: die Kirche seiner Tage hatte das antike Griechen-thum in sich aufgenommen soweit sie es brauchen konnte.Plato , Aristoteles und Paulus standen für sie, als indem gleichen historischen Elemente heimisch, nebeneinander.Nur war Paulus Raphael näher als Plato und Aristo teles , deren Welt darzustellen er niemals unternommenhat. Möglich wäre, daß der auf der Höhe der Stufenneben Paulus stehende Greis, der mit emporweisender