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denken ist, wie Verschiedenartiges durch seine Hände ging,wie viel persönliche Schicksale nun von ihm abhängigwaren. Lionardo da Vinci hatte bei Lodovico Ssorzawohl eine ähnliche Stellung innegehabt, Michelangelo kam erst spät in hohem Alter in Rom dazu.
Raphael bewältigte die neuen Aufgaben mit Leichtig-keit. In dem Alter, in dem er damals stand, kennt derMensch keine Ruhe, jede Arbeit kann ihm zugemuthetwerden, die er zu begreifen im Stande ist und dieschöpferisches Talent erfordert. Deshalb waren Napoleon und Friedrich der Große unbesieglich, weil sie jung warenund sich mit jungen Leuten umgaben. Einer von Ra-phael's damaligen Briefen an seinen Oheim in Urbino ist so recht aus dem Gefühl heraus geschrieben, daß ersich im guten Fahrwasser fühle. Nun werden ihm inRom und Urbino vortheilhafte Heirathen vorgeschlagen.
Ueber Raphael als Architekten hat Heinrich von Geymüller gehandelt und was von Material erhaltenblieb, mitgetheilt und gedeutet. Den Hintergrund derSchule von Athen hätte Vasari zufolge Bramante ge-zeichnet, um zu zeigen, wie die Peterskirche einmal da-stehen werde. Wohl möglich: jedenfalls müßte Raphael aber auch selbst das als Baumeister zu leisten im Standegewesen sein, wenn er so bald Bramante in dessen ganzerMachtsphäre ersetzte. Als Schüler Bramante's haben wirihn zu denken, der ihn wohl als seinen Nachfolger em-pfohlen hat. Gepmüller's, wie man sagen darf, schöneArbeit über Bramante vindicirt diesem großen FeindeMichelangelos und Freunde Raphael's die Stelle, dieihm früher nicht gegeben werden konnte. Es liegt inder Natur der Sache, daß Bücher über Architektur dochimmer nur für Architekten geschrieben werden: Gey-