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Das Leben Raphaels / von Herman Grimm
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------ Fünftes Kapitel

müller's Lebensarbeit würde sonst noch größere Beachtunggefunden haben als ihr zu Theil geworden ist.

Schon die Art, wie Raphael die Gestalten einzelnund in Massen auf seinen Compositionen zu einanderstellt, zeigt den Architekten. Er hat zwei neue Plänefür die Peterskirche gemacht. Durch die Sorge fürBeschaffung des Materials wird er nun auf die marmor -reichen antiken Bauten Roms über und unter der Erdehingewiesen. Leo X. betraute ihn mit der Oberaufsichtüber die Ausgrabungen. Kein antikes Stück ornamen-tirten Marmors durfte zerschnitten werden ohne seinGutheißen. Und neben diesen neuen Dingen und demFortgange der Wandmalerei im Vatican und den Auf-trägen der Privatleute und zwar jetzt nicht bloß vonMalereien, die er selbst ausführt, sondern die in immerwachsendem Maße seine Schüler und Mitarbeiter unterseiner Leitung übernehmen läßt Raphael dem Papstin den Loggien ein biblisches Bilderbuch nach seinenZeichnungen auf die Wände malen, das eine Fülle neuerCompositionen ausweist. Dem Cardinal Bibbiena schmückter im Vatican ein Badezimmer mit Fresken aus. Inder Kirche Santa Maria del Popolo baut er eine Ca-pelle und giebt den Wandschmuck in vielen Figuren dafüran. In Santa Maria della Pace wird die Wand voreiner Capelle von ihm ausgemalt. Sculpturen fertigt eran. Kostbare Metallschüsseln werden nach seinen Zeich-nungen getrieben. Für den König von Frankreich malter Madonnen und Heiligenbilder und verspricht zahlreichenanderen hohen Herren so viel Arbeiten als sie nur bestellenwollen, die er freilich nicht immer leisten kann. Vasari ist im Rechte, wenn er die reiche Masse dieser Thätigkeitbunt vor uns ausschüttet. Schon bei der Besprechung