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Fünftes Kapitel
scheint gewesen zu sein, daß dem im rechten Momenteausgesprochenen Worte die die Menschheit vorwärts-bewegende Kraft innewohne. Raphael's Zeiten warendarin verschieden von der unseren, daß uns die frucht-baren Gedanken meist gedruckt zugetragen werden. Dennes wirkt auch das Gesprochene bei uns heute oft alswerde es von unsichtbaren Blättern abgelesen, währenddie Schriften Luther's, gleich den Episteln des Paulus,wie lebendige Sprache uns anmuthen. Das Empor-kommen der katholischen Kirche beruhte auf dem mündlichWeitergegebenen. Die Compositionen, in denen RaphaelPaulus verherrlicht, zeigen ihn als Prediger: darin kanner sich nicht genugthun.
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Sechster Carton: Das Opfer von Lystra.
Für das Opfer von Lystra hat Raphael antikeBasreliefs gebraucht, die heute noch in Rom sichtbarsind. Von rechts her kommen die Priester inmitten desnachdrängenden Volkes mit dem Opferthiere heran. DerEifrigste im Strome der Menschen ist der mit erhobenenHänden anbetend einhergehende geheilte Krüppel; nebenihm, sich tiefgebeugt an ihn herandrängend, ein Alter,ein Arzt wie es scheint, der mit der Hand das geheilteBein betastet. Unbeschreiblich ist die Kunst, mit derRaphael das häßliche, dumme Gesicht des plötzlich vonallem Leiden befreiten armen Menschen durch Glück undDankbarkeit vergeistigt. Vor dem Tempel, auf dessenStufen links Paulus und Barnabas stehen, hat der ZugHalt gemacht, ein kleiner Altar ist aufgestellt worden mitdienenden Knaben dabei, von denen einer flötet, während