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Achtes Kapitel ------
Die von Maratta in das Pantheon gestiftete Büstewurde zu Ansang dieses Jahrhunderts in den Conser-vatorenpalast auf das Capital versetzt. Nach ihr sind diezahlreichen Büsten und Bildnisse Raphael's zumeist ge-arbeitet worden, denen wir in Italien begegnen, währendman sich in Deutschland vorzugsweise an ein in Florenz befindliches unbeglaubigtes und durchweg verdorbenes, derBüste Maratta's an Unzuverlässigkeit gleichkommendesPorträt zu halten pflegt. Ein Triumph der Erfindungenunserer Zeit ist es, Raphael's Züge, mit denen er sichselbst darstellte, wieder an's Licht gebracht zu haben fl.Die Frescomalerei bedingt, daß die zu bemalenden Wändestückweise fertiggebracht und die Farben auf den frischaufgetragenen, weichen Mörtel gesetzt werden. Aufzeichnenlassen sich die Umrisse hier nicht, sondern werden miteinem spitzen Instrument rasch in den nachgiebigen Grundeingeritzt. Dies auch hatte Raphael gethan als er beider Malerei der Schule von Athen zuguterletzt rechtsvom Rande noch sein eignes Bildniß in die Compositionbrachte. Keine Stelle des Gemäldes hat im Laufe derJahrhunderte so sehr gelitten als diese, die man mit be-sonderer Beflissenheit rein zu halten und wiederherzustellensuchte, und die schlechte Beschaffenheit der Wand trittnirgends so entschieden hervor als hier. Immer wiedergeputzt und aufgefrischt hatte dies Bildniß sich in etwasverwandelt, was mit seinem ersten Aussehen und denwahren Zügen Raphael's außer Verbindung stand. Sooft indessen dies ausgesprochen war, ebenso oft wurde es
tz Jahrbuch der pr. K. A. VI, S. 141, wo die weitere Lit-teratur (auch R.'s Schädel betreffend, von dem neuerdings vieldie Rede war) angegeben ist.