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Dir Deutschen im Rom des 18 . Jahrhunderts.
Wir haben zu constatiren, daß zu Anfang des18. Jahrhunderts, als Dorigny's Stiche so große Wir-kung thaten, Frankreich künstlerisch in Bahnen einlenkte,die es von Raphael wieder fortführten, während zu gleicherZeit das eingeborene römische Publicum sich Raphael vonfrischem zuzuwenden begann.
Bernini hatte mit seiner unerschöpflichen Produkti-vität in Rom eine bombastische neue Architektur undSculptur geschaffen, deren Formen, von Michelangelo ausgehend, ihn aber weit überbietend, den Geschmack des17. Jahrhunderts beherrschten, welches der Meister mitseinen Lebensjahren beinahe ausfüllte. Bernini war einervon den künstlerischen Weltbeherrschern. Wie Rubens umfaßte er Alles. Das einfachste sanfte Lächeln derNatur wußte er süß zu wiederholen und zugleich diebarocksten Ungeheuerlichkeiten glaubwürdig grell empor-zubauen. Seine Nachahmer und Nebenbuhler warenStümper neben ihm, dem übermächtigen Zauberer, demdas Gewaltigste ein Spiel war, der mühelos die Ober-fläche Roms mit seinen Schöpfungen bedeckte und solchesErstaunen erweckte und soviel Macht entfaltete, daß ihmallein schließlich nur noch gegeben schien, Dinge zu er-finden, die ermüdeten Augen der Generationen zu reizen,welche er, gleich Michelangelo , eine auf die andere sichfolgen sah, und die er, eine nach der anderen, vor seinenTriumphwagen spannte. 1598 geboren und als Kindschon den Meißel führend, hielt Bernini seine Herrschaftbis 1680 ausrecht. Seinem Blicke konnte nicht entgehen,wie groß Raphael sei, bei der Unterweisung junger