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VI.
Du Stadt der Bildung und des Thees, der Künste und der
Rücken,
Leb' Wohl, der Dichter weist enttäuscht aus ewig dir den
Rücken!
Kalt dünkt' es ihm, so lang' er saß in deinen stolzen Mauern,
Und niemals wollt' ihm d'rin ein Lied, ein stimmungsvolles,
glücken.
In deinen Linden wohnt kein Lenz, kein Herz in den Pa-lästen,
Und sollten sie durch Pracht und Glanz den Blinden selbst
entzücken;
Aus deinen Straßen hüpst geschminkt die Armuth und die Lüge,
Verleumdung schlägt und Heuchelei dem Laster gold'ne Brücken,
Und wenn die Frömmler vor dem Kreuz sich ties und süßlich
bücken,
So wissen sie doch tiefer noch vor Kreuzen sich zu bücken.
Dein König räumt und baut in dir, er schafft mit Allmachts-Händen
Nichts mehr als ein musivisch' Werk aus Hundert-tausend
Stücken.
Dingelstedt's Werke. VIII.