89Ü
Beut Frieden aus der Hand des Siegers,Aus der des Königs Kampfeslohn,
Freiheit aus der des Freiheitskrieges,Luisens ritterlicher Sohn!
Von Deinen Frömmlern, Deinen Junkern,Dem Schreier- und dem Schreiber-Heer,Die allzeit hadern oder flunkern,
Erwartet Deutschland längst nichts mehr!Laß sie des Blutes Frucht nicht pflücken,Nicht Erben der Gesall'nen sein:
Sie können trennen, unterdrücken,
Doch nie vereinen, nie befrei'n.
Dein Ahnherr auf der großen BrückeHat einst auf schmalen Grund gebaut;Kaum breiter Jener mit der Krücke,
Der Dir in's Fenster täglich schaut.
Sei mehr als sie! Setz' aus die ZinneDem Hohenzollern-Staat und Haus;
Bau' Du sie, doch in rechtem Sinne:
In Deutschland baue Preußen aus.
Erhalte, was noch nicht verloren,
Was in der Sündfluth übrig blieb;
Dem Volke gieb, was ihm geschworen,
Das Recht, suum ouiguo gieb!
Säumst Du, bricht über Nacht zusammenDas ganze Werk sammt Thor und Thurm,Sei's nun in neuen Kriegesflammen,
Oder im wilden Völkersturm.