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Erstes Buch.
Baumes thront. Die sitzende Stellung ist überall die vorzüglich be-liebte. Dabei wird in orientalischer Weise das eine Bein heraufgezogen,oder auf beiden untergeschlagenen Beinen gehockt.
Das organische Gefüge des Körpers, das Knochengerüst, das Ge-flecht der Muskeln und Sehnen verschwindet unter der Hülle einer zer-fliessenden Ueppigkeit (Fig. 3). Was auf markige Festigkeit, auf Tliat-kraft und Bestimmtheit des Willens hinweist, ist völlig unterdrückt: nurzu passivem Genussleben, zu dämmerndem Träumen sind diese Gestaltenbefähigt. Fast willenlos wie die Blume sich auf ihrem Stengel schau-
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Fig. 3. Relief von Mahamalaipur.
kelt, wie das Blatt sich im Winde bewegt, muthen sie uns an. Bezeichnendgenug werden in der Dichtung die Arme Sacontala’s mit biegsamenStengeln verglichen. Ein stumpfes Lächeln, gleichgültig und stereotyp,liegt auf den Zügen dieser Gestalten (Fig. 4).
Wohl mag man geltend machen, dass ein Zug von naiver Anmutli diebesseren dieser Werke erfüllt, allein diese Anmutli ist keine geistig be-lebte, keine von Gedanken oder Willenskraft durchhauchte; sie lässt sichhöchstens mit der Lieblichkeit der. Blumen des Feldes vergleichen: dasReich sittlicher Selbstbestimmung hat keinen Theil daran. Wo eine