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Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart / dargestellt von Wilhelm Lübke
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Zweites Buch.

rechneten Gewandung wirksam contrastiren, bietet sie besonders in dersanften Neigung des Kopfes und der Wendung der schönen Arme dasunübertrefflich lebenswahre Bild eines tiefen Schlummers, in dessen Ruhedie vorhergegangene leidenschaftliche Erregung hineinklingt.

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Fig. 99. Schlafende Ariadne. Vatican.

Komische Neben dieser glänzenden Naehblüthe griechischer Plastik entwickelt

Plastik. ° °

sich nun auch etwa seit dem Ende der Republik eine eigenthümhchrömische Bildnerei. Dem realistischen Charakter dieses weltbezwin-genden Volkes gemäss, findet dieselbe ihren Schwerpunkt in Portraitsund historischen Darstellungen.

Portraits. Die römischen Bildnisse unterscheiden sich von den griechischen

durch ein schärferes Hervorheben des Individuellen, durch ein tieferesEingehen auf das Besondere der Einzelerscheinung. In erster Linie stehenhier die Statuen der Kaiser. Wo dieselben in strenger Beobachtung derrömischen Auffassung einfach realistisch dem Leben nachgebildet werden,da haben sie entweder die Friedenstracht der Toga, die zur Andeutungdes Priesterthums über den Kopf gezogen wird und in dieser stereotypenund effektreichen Anordnung stets wiederkehrt (statuae togatae), oder