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Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart / dargestellt von Wilhelm Lübke
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Drittes Kapitel, Nordische Bildnerei der frühgothischen Epoche.

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Fig. .130, Tod der Maria. Strassburger Münster.

Dieser bildnerische Drang fand dann an der herrlichen West- westfa9a.de.f'agade den umfangreichsten Spielraum. Sie gehört in Anlage und Ein-theilung zu den vollendetsten Leistungen der Gothik, nimmt die reicheplastische Belebung der französischen Werke auf, weiss dieselbe aberdeutscher Auffassung gemäss überall in einen festen architektonischenRahmen zu fassen. Die drei Portale geben in gedankenvollem Cyklus dieGeschichte der Erlösung. Am nördlichen enthält das Bogenfeld Scenenaus der Jugend Christi von der Geburt bis zur Flucht nach Aegypten. Anden Wänden sind gekrönte Frauengestalten, vielleicht Sibyllen und Tu-genden, welche die Laster niedertreten, nebst einem Propheten angebracht.

Das Hauptportal zeigt am Mittelpfeiler die Statue der Madonna mit demKinde, ihr entsprechend an den Wänden zehn grossartige Gestalten vonKönigen und Propheten des alten Testaments. Das Tympanon enthält invier Reliefstreifen bei sehr gedrängter Anordnung die lebhaft bewegtenScenen der Passion vom Einzuge in Jerusalem bis zur Himmelfahrt. Auchdie fünf Archivolten sind mit vielen kleinen Gruppen angefüllt, welche dieSchöpfungsgeschichte, die Patriarchen, die Martyrien der Apostel, dieEvangelisten und Kirchenlehrer, endlich verschiedene Wunder Christidarstellen. In dem hohen Spitzgiebel, der das Portal krönt, sitzt König