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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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tvißheit angeben, wiewohl es sehr glaublich ist,daß sie mit den mehrsten der übrigen Hausthie^-re aus Asien stammen, und sich von da mit denMenschen über die Erde verbreitet haben. 'Weil heut zu Tage ganz Europa, in allenfernen Theilen bevölkert ist, so würde man da-selbst vergeblich ganz wilde Pferde suchen. Dieamerikanischen frey herumirrenden Pferde sind ei-gentlich zahme, von europäischer Abkunft. DieSpanier hatten sie dahin gebracht, und sie ha-ben sich dann in den ungeheuren Wüsten dieserunbewohnten und unbevölkerten Lander, vermehrt.In der' neuen Welt gab ehemahls gar keineThiere dieser Art. Aus dem Erstaunen undSchrecken der Einwohner von Mexico und Pe-ru, bey Erblickung der Pferde und Reiter, könn»ten die/ Spanier den sichern Schluß ziehen,daß in diesen Himmelsstrichen die Pferde ganzunbekannte Geschöpfe waren. Sie ließen alsoeine große Menge dshin bringen, theils um sichderselben auf eine Vortheilhafte Art zu bedienen,theils auch um die Vermehrung derselben in da-sitzen Gegenden zu befördern. Zn der letzten Ab-sicht ertheilten sie vielen, sowohl auf verschiede-nen Inseln, als auf dem festen Lande, dieFreyheit, wodurch die Pferde sich daselbst, wieandre wilde Thiere, vermehret haken«

Seit der Entdeckung des neuen Conti-nents, sagt Herr vvn Humboldt *), ist dieEbene dem Menschen bewohnbar geworden. Umdas Verkehr zwischen der Küste und der Gua-yana zu erleichtern, sind selbst hie und da Städ-te an den Steppenstüfsen erbauet. Fern von ih-nen

*) S. Ansichten der Natur, mit wissenschaftlichen ErlZute-runaenvvn Alexander '»on Humboldt- Erster Band,Tübingen in der Cvttaschen Buchhandlung, »no«.