Pferd. 21
Der Anführer der Heerde nähert sich auf eineWeite, schnaubet entsehlich durch die Nase,nimmt alsdann die Flucht und die ganze Heer-de folget ihm nach. Er ist ungewiß, ob er dieseThiere für ausgeartete, wildgewordene Pferdehalten soll, weil er sie zwar von der Art, abernicht so schön, als die spanischen, gefunden.Sie haben, fahrt er fort, große Köpfe, dickeund überdieß noch höckerige Beine, lange Oh-ren und einen langen Hals. Die Einwohner desLandes können sie ohne viele Mühe zahm ma-chen und zur Arbeit gewöhnen. Die Zager be-dienen sich ihrer Hülfe zur Forrschleppung ih-rer Thierhaute. Die Art, wie sie gefangen wer-den, ist ganz einfach. Man legt Schlingen undStricke an Oerrer, wo sie oft hinzukommen pfle-gen. Sie weichen diesen Fallen eben nicht sorg-fältig aus. Wenn sie aber eine um den Halsfühlen, ergürgeln sie sich selbst, wofern sie nichtbald aus derselben befreyet werden. Man fassetsie beym Leibe und Beinen, fesselt sie mit Strik-ten an den Beinen an. und laßt sie in dieserStellung zwey Tage lang hungern und dursten.Dieser erste strenge Versuch, sie zahm zu ma-chen, thut seine Wirkung-vollkommen. Mit derZeit werden sie so gelehrig, daß man gar keineSpur ihrer vorigen Wildheit mehr an ihnenwahrnehmen kann. Wenn sie durch einen unge-fähren Zufall auch wirklich ihre Freyheit gänz-lich wieder bekommen, so nehmen sie zum zweytenMahl ihre Unbandigkeit nicht wieder an. Siekennen beständig ihren Herrn. Er darf sich ih-nen ungehindert nähern, und sie, wenn es ihmbeliebet, wieder anhalten und fangen *)."
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*) Herr von GarsaM gibt ein anderes Mittel an die Hand,wilde Pferde zahm ru machen- „WM man, sagt er, rie