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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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4*4 Pferd.

denn sie begnügen sich mit einem Gemische vonHexel nnd Gerste, welches man ihnen, in einemSack, an den Kopf hanget. LHur im Frübjahrwerden sie etwa sechs Wochtti lang aus dieWeide gebracht. Man pflegt ihnen den Schweifnie abzukürzen, und was das heiße: ein Pferdwerfen und zum Wallach machen, ist ihnengänzlich unbekannt. Zur nöthigen Beschützungwider die Ungemachlichkeiten der Luft, pflegtman ihnen Decken aufzulegen, und sie mit vor-züglicher Aufmerksamkeit zu warten. Man re-giert sie, ohne Sporn, bloß durch einen Zaum,und bereichert sowohl die Türkey, als vornahm-lich Indien, mit einer Menge solcher schönenPferde. Alle Reisende, welche die persischenPferde noch so angelegentlich rühmen, kommendennoch genau darin überein, daß die arabischenPferde dieselben sowohl an Hurtigkeit undMuth, als an Schönheit' übertreffen und inPerfien selbst weit mehr, als die schönsten ein-heimischen Pferde gesucht werden.

Fig. 6411. stellt ein schönes persisches Pferdvor, welches der Fürst von Kaunitz von derKaiserin von Rußland, Katharina II. zumGeschenke erhielt. Es ist ein Silberschimmel,mit z kahlen Flecken auf dem Kreutze, welcheals Brandzeichen da angebracht sind. Es war,als es abgebildet wurde, 11 Jahr alt, 5 Fuß rZoll hoch. Dieses von Fehlern reine Pferd istgut und besonders stark gebauet, und für -seineTaille ziemlich leicht und gut aufgesetzt. SeinHaar wird im Winter lockig, und gleicht derfeinsten Seide, im Sommer wird es fast ganzkahl. Der Charakter ist feurig und fromm.

Die