Buch 
Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
Entstehung
JPEG-Download
 

66

Pferd.

man hier und da einen noch nicht vollkommenzugerittenen Mecklenburger unter einem, ihn mitdem Zurückarbeiten ins Gleichgewicht übereilen-den Reiter unternehmen sieht, sind Bogensatze,zu welchen er durch die zu feste Faust und das»zu jähe Antreiben des Reiters veranlaßt wird.Ohne gehörig in den Ganaschen losgebrochenund in den Hanken biegsam gemacht zu seyn,verursacht das zu viele Antreiben gegen eine festeFaust, die nicht geschickt ist, ihm durch sanfteschraubenmaßige Anzüge diese harte Empfindungdes Mundstücks weniger fühlbar zu machen,Sckmerz, dem das Thier durch lebhafteSatze mit der es tyrannisirenden Oberherrschaftdes Reiters zugleich zu entgehen sucht: alleindurch eine geduldige, nicht übereilte Arbeit, diedie Ganaschen zuvor vollkommen loszuarbeitenund die Hanken biegsam zu machen sucht, ehesie das Pferd zu sehr ins Gleichgewicht und aufdas Hinteriheil setzt, entgeht man bey diesenübrigens so willigen Thieren auch diesem Fehlerganz, die, im Allgemeinen genommen, dem Wil-len des Reiters fast zuvor zu kommen suchen;denn wirklich kenne ich keine Pferdegattung, dieauch noch unzugeritten den oft sehr zweydeuti-gen Hülfen eines schlechten Reiters williger, folg-samer und mit mehrerer eigenen natürlichen Ge«schicklichkeit nachkäme, als die Mecklenburger, dieso manche unbestimmte Führung ihres Reitersnur zu errathen, klug genug seyn müssen "Sein etwas starker Hals und schwererKopf, und selbst sein etwas niedriger Bau derLaden sind Schuld, daß er unter einem schlech-ten Reiter in der Folge hart im Maule wird,da ihn dieser nicht im Gleichgewicht zu erhaltenVersteht; selten trifft man jedoch Mecklenburger,