LO6 Pferd.
klein, vorn viel niedriger, als hinten, haben eineenge Brust, spitziges Kceutz, einen dünnen Rat-tenschwanz, sind lang gefesselt, und haben Hufemit langen Zehen und niedrigen Trachten. Manhat oft Versuche gemacht, sie zahm zu machen,aber es ist schwer, und wenn es auch gelang,so bleiben sie doch untauglich, weil- ihr Wuchsund ihre Schwache sie gleichsam von Natur nichtzur Arbeit oder Sklaverey bestimmte. Sie kön-nen aber entsetzlich laufen. Zu Zeiten machendie Hengste dieser wilden Pferde Jagd auf Stu-ten von zahmen Gestüten, und treiben solche mitsich fort in die Steppen, wo sie schwer oderniemahls wieder zu bekommen sind. Einzelne Men-schen attaquiern sie auch zu Zeiten, aber vormehrern Menschen sind sie scheu und fliehen.Auch in den Uralischen Steppen, angleichen inden Kubanschen Steppen findet man ebenfallsvon diesen wilden Pferden, doch werden sie sel-tener, je mehr sich diese Gegenden bevölkern.
Zu den kleinsten Pferden in unserem Welt-theile gehören außer den oben erwähnten Oe-landern die Lithauer und Ißlander mit kur-zen steifen Haaren, welche doch ziemlich gutproporrionirt und dauerhaft aber boshaft sind.
An Kleinheit gleichen ihnen fast die mär-kischen Sandläufer, die verkümmerten märki-schen Bauernpferde, welche kaum die Größe derEsel haben, aber in dem heißen Sande besserfortkommen, als die großen Pferde.
So wie wir nun bey allen weit verbreite-ten Thierarten nach Verschiedenheit des Klimas,der Nahrung und anderer Umstände eine Men-ge Abänderungen oder Raßen antreffen, undman sie alle von einem Urstamme abzuleiten keinBedenken findet, wenn man sieht, wie sehr un-