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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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Pferd.

Es ist ein allgemeines Gespräch, daß man einPferd, wenn es acht Jahr alt sey, nicht erkennenkönne, und könne es auch eben so gut zehn Jahrehaben; allein man darf sich von solcher Lehre nichthinreisten lassen-, denn ein Pferd im zehnten Jahrehat ganz andere Merkmahle, woraus man solchesabnehmen kann. In den vorhergehenden §§. ist be-merklich gemacht, baß die Eckzäyne von Jahren zuJahren länger werden, und mit diesem achten Jah-re find sie den übrigen an Länge gleich. Ein gewis-ses und sicheres Merkmahl, welches nicht trügenkann: denn zuvor sind sie so lang nicht, und nachdem achten Jahre werden wir sehen, daß die übri-gen wieder zu wachsen anfangen, und diese stehenbleiben. Dabey nimmt man die Gestalt der Hakenzu Hülfe. Es lässet sich nicht genau bestimmen, wiestark die Haken von Jahren zu Jahren ausgefülletund stumpfer werden: und man muß durch die Ue-bung die Kenntniß davon erlangen, genug, daß dieSache richtig ist, und daß die Haken der Verände-rung unterworfen sind,

ic>. Mit dem neunten Jahre ist auch die schwär,ze Spur der Kunde auf den Eckzähnen unsichtbargeworden; alle Zähste werden glatt und eben, auchvon Farbe viel weißer, und die Zangen fangen an,auf das neue zu wachsen; wie denn auch die Hakenstumpfer Und voller werden.

Je mehrFch das Alter nähert, desto ungewisserwerden die Merkmahle davon, und desto schwerersind sie auch zu erkennen. Die in diesem §. von demneunten Jahre angegebenen haben zwar ihre völUgeRichtigkeit, aber, sie zu erkennen, kostet mehrMühe. Wer die Gelegenheit hat, und man kann sieleicht haben, der sammle sich die vorder» Theile derKinnlade von Pferden, von den ersten Jahren an,bis in daS hohe Alter, so kann er den Unterschiedam besten merken. Bey Gestüten ist hierzu die besteGelegenheit, weil man deren Alter aus den Belchel-registern auf das genaueste weiß, uns auch Pferdeund Füllen von jedem Alter mit der Zeit krepiren.Eine solche Sammlung ist der beste Unterricht, undwenn man an solchen das Alter kennen gelernethat, so untersuchet man noch lebende Pferde, vonwelchen man dasselbe aus den Registern weiß, undsteht, in wie fern solche mit den Skeiels überein-kommen. ii.