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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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166 Pferd,

beurtheilt werden müssen, in den meisten Fallenaber entweder Druse oder Roh anzeigen. Wennsich an dem Kanal, oder wie es gewöhnlicher ist,auf den Rändern der Hinrerkinnlade eine kleineOeffnung befindet, woraus eine wässerige, auchzu Zeiten stinkende Feuchtigkeit ausfliestet, unddie Kinnlade sich mehr oder weniger dick und ge-schwollen anfühlen laßt: so ist dieß als ein Zeicheneiner Fahnsijrc! anzusehn. Dieses Uebel, daswegen der laugen mit ihren Enden unmittelbarunter dem Rande des Kinnbackenbeins steckendenZahnwurzeln, besonders bey jungen Pferven,hervorkommt, entsteht von einer äußerlichen Ge-walt, als von einem Schlage oder Stoße. Eskann nicht anders als durch das Wegnehmendes schadhaften Zahns geheilt werden, welchesaber nicht nur beschwerlich, sondern auch miteiniger Gefahr verbunden ist *).

Z4)

*) Die Operation, wodurch die fistulösen Zähne hetausge-nommen werden, beschreibt Herr Havemann so: Nach-dem das Pferd auf ein gutes Streulager gelegt und ge-hörig befestiget worden, mache ich auf der Fistelöffnung,wo steh das Ende der Wurzel vsm kranken Iahn befindet,einen Kreuzschmkt durch die Haut und löse solche vonder Kinnlade ab, um sie zurückschlagen zu können- Hier-auf erweitere ich mittelst eines, einen starke» halben Zollbreite» Meißels und eines hölzernen Klöpfels die Oeff-nung des Fistelkanals bis auf die Zahnwurzel so weit, daßich diese mit dem Zeigefinger deutlich fühlen kann. Als-dann nehme ich einen fünf Zoll langen eisernen Stempel,der etwa die Dicke und Gestalt eines kleinen platt ge-drückten Fingers hat, setze deffen eines Ende genau in derDirektion des Zahns aus die Wurzel, und suche nundurch kurze, aber herzhafte Schläge auf das andere etwasbreitere Ende des Stempels, den Zahn in dieser geradenRichtung herauszutreiben. Je stärker die Kinnlade ge-schwollen ist, was gewöhnlich bey einer, schon lange zuge-gegen gewesenen Fistel den Fall ist, desto weniger wird derZahn festgeklammert, und desto leichter läßt er sich her-austreiben Wenn der Zahn anfängt zu weichen, so darfman die Verficht nicht versäumen, dem Pferde nach je-dem Schlage ins Maul zu greifen, um zu versuchen, ob