Pferd. 187
Sattels erregt. Von weniger gefährlichen Folgenfind die offenen, die bloß liegenden Verletzungendieser Art. Satteldrücke von großer Ausdehnungsind leichter zu heilen, wie verborgene, wie tief»sitzende Schaden, wo sich die Materie in dasWesen der Theile versenkt hat, wo sie verartetist. Es gibt solche weiche, schwammige Wider-riste, bey welchen auch der gut aufgepaßte Sat-tel jedesmahl eine Quetschung erregt; ein man-gelhafter oder vielmehr Krankheitszustand, derPferde mit diesen Gebrechen zu anhaltendenRitten, zu langen Marschen ganz unbrauchbarmacht.
Bey Pferden von dunklem Haar oder vondunkler Farbe, läßt der Satteidruck weißeFlecken zurück. Auch sind Pferde, die mehrmahlsvom Sattel gedrückt worden, unleidlich, wennman ihnen auf den Widerriß oder den Rückengreift. Am empfindlichsten bezeigen sich diejeni-gen, die wirklich noch an verborgenen Schadendieser Art leiden: diese lassen nicht gern aufsit-zen, sie schaudern, sie schütteln sich, wenn mandie Mähnenhaare oder den Sattel um aufzu-sehen ergreift; sie ächzen vor Schmerz, wennsie der Reiter bestiegen hat.
Auch zu Absehungsgeschwülsten, zu kriti-schen Ausflüssen der Druse oder eines andernFiebers, wählt die Narur nicht selten den Wi-derriß, die nach der Ursache, nach den Bestand-theilen der abgesetzten Materie, nach der Jahres-zeit, nach der Leibeskonstiturion, nach der Le-benskraft des Thieres bald leichter bald schwererzu heilen sind *).
IV.
*) S. vo« Teurrecker a a- O. S> --r