Pferd. srz
nach vorwärts, die sich die Thiere unter den an-geführten Verhältnissen, bey einem Bergabfüh-renden Wege leicht zuziehen können. Uederdießliegt die Dauer oder die vermehrte Kraftäuße-rung bey der Arbeit, oder die Ausdauer beyStrapazen weder in der Fessel selbst, noch inihrer Richtung; sie liegt im Blute, in der Ma-ße, in der Abstammung, in den Grundfasern,und in der Mijchung der Safte. Wir findenoft, daß lang gefesselte durchtretende Pferde diekurz und gerade gefesselten in jeder Hinsichtder angegebenen Dienstleistung weit übertreffen;ja man kann im Ganzen genommen behaupten,daß die kurzgefeffelten Pferde an Ausdauer undKraftaufierung fast jedesmahl hinter den langgefesselten zurückbleiben werden, da die erstengewöhnlich von schlechter Raste, von schlaffenGrundfasern sind, in niedrigen, nassen und sum-pfigen Gegenden gebohren und erzogen worden,— einem Klima, welches nicht das Vaterland gu-ter und dauerhafter Pferde zu seyn scheine. Ei-ne lange Fessel hingegen verräth die eole Ab-kunft des Pferdes; sie ist ein specifisches Kenn-zeichen aller Pferde von arabischer, türkischerover spanischer Abkunft, und eine eigenthümlicheEigenschaft aller guten Gestütpferde.
Der Gang eines kurz gefesselten Pferdesist in Hinsicht auf den Reitdienst unangenehm,stauchend, und bald mehr bald weniger erschüt-ternd. . Der Prall, welcher bey dem Auftrittedes Pferdes durch den ganzen Schenkel erfolgt,,kann sich in den Winkeln des Fesselgekenks nichtverlieren, nicht abstumpfen, er läuft gleichsammit vermehrter Kraft in dem Schenkel empor,und verursacht dem Reiter die unangenehmsteerschütterndste Bewegung. Ein lang gefesselter
Schen-