Pferd.
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Obgleich die Hauptbeschäftigung der Scla-vonier die Viehzucht ist, so ist doch die Pferde-zucht nicht so stark, als die Rindvieh-, Schaf-und Schweinezucht. Die Pferde bleiben Som-mers und Winters Tag und Nacht auf denWeiden, indem keine Stalle vorhanden sind,und die Trägheit und Armuth des Landvolksnicht zuläßt, Stalle zu bauen. Sie mästen da-her bloß von der Weide leben, und erhalten kei-nen Hafer, deswegen oft viele zu Schaden kommen.Die meisten sind klein, und es ist begreiflich, daß!-sie zu harter und lange anhaltender Arbeit keine,u^Kräfte haben können. Wenn sie aber in frü-hen Jahren in gute Stalle und gutes Futter- kommen, so werden es kräftige und dauerhafteIreitklepper. Sogar die Postpferde in Sclavo«
: nien bekommen wenig oder keinen Hafer. Im.- .Winter- wenn der Schnee die Erde bedeckt,nähren sich die umherziehenden Pferdeheerden vonEichenlaub, welches sie fressen, indem die Eichendaselbst auch im Winter ihr Laub behalten.
/ Fuhrmanka heißt in Pohlen ein sechsspän-niger Postzug, von sechs verschieden - farbigenPferden. Diese Gespanne sind in Pohlen sehrgebräuchlich.
In Pohlen gibt es Pferdemärkte im Ju-lius und September, worauf man auf jedem§oOO und mehr Pferde sieht.
Die Tarrarn und Kalmücken lasten ihrePferde Tabaunen oder Heerden frey herumlau-fen. Tausend Heecden mischen -sich nicht untereinander, und von der jungen Zucht geht nichtsverloren, gleichwohl laufen diese Pferde oyne.Aufsicht herum. Wenn ein Tartar eine solcheHeerde anlegt, zeichnet er einige Stuten undein paar Hengste, und daran erkennt er sein
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