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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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Pferd. 777

und werden mit 40 bis 60 schweren Thalernbezahlt. In neuern Zeiten galten sie fast dasdoppelte. Die ersten Pferde sind aus Persiennach dem Cap gebracht worden, sind aber inzwi-schen sehr aus der Art geschlagen. Damahlsmachte man die Verordnung, daß kein Land-mann ein altes untaugliches Pferd mehr todmachen durfte, welches auch bis jetzt noch nichtaufgehoben ist. Pferde fand man bey den Lan-deseinwohnern ehemahls,-ehe solche aus Persiendahin gebracht wurden, gar nicht. Jetzt hatmancher Landwirth eine Stuterey von 40 bis60 Stück Pferden. Auf die Pferdezucht ver-wendet aber der Kolonist keinen sonderlichenAeiß. Ihm gilt es fast gleich viel, ob eine Stuteträchtig ist, oder nicht, denn er hat Pferde undWeise genug. Jeder halt für sich und seineFrau und seine erwachsenen Kinder einige Reit-pferde, diese haben aber vor den Zugpferdenweiter nichts im Voraus, als daß sie überNacht in den Stall getrieben, gefüttert undangebunden werden, und wenn man eine Reiseunternehmen will, Abends und Morgens vorheretwas Gerste bekommen. Auf der Weide bindetman einem, wie dem andern, einen Strick umden Hals, mit dem man den linken vordem Fußso weit in dre Höhe zieht, daß das Pferd ent-weder nur auf dreyen gehen, oder den Kopf sotief herunterlassen muß, daß es auch zur Nothmit dem vierten schreiten kann. Dieß geschiehtdeswegen, damit sie sich nicht zu weit entfernen,und auch wieder leicht eingefangen werden kön-nen. Nur wenige Bauern halten sich Wagen-pferde, weil die Sclaven mir diesem Fuhrwerknicht gut umzugehen wissen. Als Zugpferde ge-braucht man sie gewöhnlich in der Capstgdt und

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