78r Pferd.
dieses Unterschieds fragte, gab er ganz ehrlichzutz Antwort: die mit längen Schweifen wehrensich beständig die Fliegen ab, und fressen dabeyungehindert fort; die gestutzten Pferde aber fref-sen nur bloß des Nachts, denn bey Tage qua-ken sie die Fliegen beständig, und hindern sieam Fressen.
Busbek erzählt im dritten Brief seiner Be-richte von der Türkey: „nichts ist zahmer, alsdie-Türkischen Pferde, auch gibt es kein Thier,das besser seinen Herrn und Wärter kennt; da-zu erziehen die Türken sie mit aller möglichenFreundlichkeit. Ich habe gesehen, als ich durchPonrus, oder'den Theil Bethyniens, der Arilongenannt wird, nach Kappadocien reiste, wie dieBauersleute für die neugebornen und zaxten Fül-len Sorge trugen, sie streichelten, in ihre Häu-ser führten und liebkoseten,. daß man denkensollte, sie hatten ihre Kinder vor sich. Die Kin-der, die dazu gesetzt werden, auf sie Acht zu ha-ben, erzeigen ihnen nicht weniger Freundlichkeit,und gewinnen ihre Ergebenheit durch beständigesStreicheln. Sie schlagen sie niemahls mit demStock, außer in der äußersten Nothwendigkeit.Daher hegen sie aber auch große Liebe für alleMenschen, und schlagen nicht, oder werden bri-ßig und widerspenstig. Diese Fehler findet manselten bey diesen Pferden. Die Türken findenihr Vetgnügen daran, sie zahm zu machen, daßsie nach Befehl knien, und den Reiter so auf-steigen lassen, daß sie mit dem Maul einenStock, eine Keule, oder einen Säbel von derErde aufnehmen, und ihrem Herrn reichen, derauf ihnen sitzt; und wenn sie dieses gelernt ha-ben, legen sie ihnen silberne Ringe um die Nase,zum Zeichen ihrer Kunst. Ich habe dergleichen
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