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Musae Helveticae : oder Wunsch- und Freudgetichte, zu schuldigem Ehrenruhm dem hochgeachten, woledlen, gestrengen, frommen, fürsichtigen und hochweisen Herren, H. Joh. Conrad Grebel, alss selbiger nach der gnädigen Fürsehung Gottes, durch gesegnete Wahl des kleinen und grossen Rahts in den höchsten Ehrenthron des Burgermeisterthums loblicher Statt Zürich als Vatter des Vatterlands glüklich erhebt worden, den 23. Herbstm. M DC LXIX / von unterschiedlichen der Poesie, Music, und Mahlerey eidgenössischen Liebhabern angestimmet und zugerichtet
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Wie wir nun für solche erwünschte Wahl/ mit freudigem herzenin steisfcr Hoffnung glükhafter Regierulrg/demVatter der Liechteren/von welchem alle WeißheitundgureEabherkomt/danken: alsobit-reu wir eben denselbigen von gründ unsecer herzen/daß Er E. E.W.mit Weißheit und Verstand nach mehrn ersullen/mit kraft unkerstü-tzen/und mit fridfertiger Regierung beseligen wolle. Dißmahlen aberE. E- W- verdienten Ehrenruhm anßzufnhren/oder meinen herzli-chen Wunsch mit vilen Worten darzutlun/ist nicht mein vorhaben/auch mein Geist zngering/die Feder zusüwach/und der Ranm zu eng.Beydes ist von vilen fürtresflichen Marineren beyder Ständen/ inund äussere unserm lieben Vatterland hnrlich geschehen/derenwenig,stenrhetl/namlich allein derjenigen/sonochPoetischer Manier threLob-und Ehrenwünsche in die Feder gefasset/hie zusamen gerragen/nnd zueinem beständigenzengnußhochverdienten RuhmsindenTrnckver-fertiget worden/welches E.E.W.verhofentlich in gewohnten gnadenauf-und anznnemmen belieben wird.

Nach eins/ wo ich nicht zu eng eingeschränket were/ tön« ichauß gewüssen Ursachen keineswegs unterlassen; Nämlich wegen sol-cher hohen Ehr/auch E. E. W. vilgeehnen Fr. Muter herzlt ch Glückzuwünschen/weil dise gottselige Ehren-Ma/ron/ohne exempel/in ih,rem hohen Alter des 8 r. jahrs/mit grosseifreuden erlebk/daß Ihr HerrSohn/nicht allein in feinerJugend/ein Sohn dcsSrandes von groftfer hofnung/ auch nicht allein gesegneter Kinderen/ sonder des Stan-deSundLandes/undhiemitauchIhrerffbstencinrhenrerundliebwer«therVacter worden.Dise besondere Wrnderfteudwölle Jhro der Al-lerhöchst in gesegneten gesunden ragen noch lang lassen zu lieb werden/und also ob E-E. W. unserem Haubt/and Vatter des VatterlandShalten und walten mitewigergnadundoarmherzigkeir/durch unsere»Herren Jesum Christum/ Amen. Ergeben in Zürich den 11. tagHornnng/,rS7o.

L. E. W.

Meines gnädigen i)«« BurgeemeisserSunterthanggehorsamester Diener

Zch.Lavater/?:^