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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
23
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bcn der Verwicklung von jenen. Gleicher Weift scztihn auch der Spieltisch in Bewegung, so wie derepische oder dramatische Schauplatz. Auf jenem § sowie auf diesem treiben sich die Leidenschaften , Furch-ten und Hoffnungen im Kraisc herum. Auch a»fdem Spieltische erscheint die ganze Sphäre menschli-cher Wirksamkeit, freilich im Kleinen, doch immerals treues Gemählde der Welt und des Lebens.Wenn in der Welt und im Leben so manche Heldenund Heldinnen Herfliegen und hinfliegen, wie Blätterim Winde, so hingegen erheben sich beym Spieltischedie Blatter als Könige und Damen, als Ritter undKnappen. Rüstig zu ihrem Geschäfte, laufen sieschweigend zum Ziele, stossen auf einander, fallenund fällen, trennen und knüpfen Bündtniffe, siegenund werden besiegt, hängen von höherer Hand ab,und werden Freund bey Feind, bey König, seit-wärts geworfen, Leichen bey Leichen. Was für denFürsten das Schlachtfeld ist, das ist für den Privat-mann der Spieltisch. Ist eS nicht Gewinnsucht, soist es Ruhmsucht, ist es nicht diese, so ist es Lang-weile, wenn der eine nach der Blutfahnc, und» derandre nach der Spielkarte greift»

Und was für Zeitvertreib schickt sich am besten« fürgemischte Gesellschaft? Der Arbeiten müde, sprichtder Handelsmann nicht gerne länger vom Hanidcl,der Richter von Prozessen, die Hauswirkhin vonHaushallungsgeschäften; auch würde von den An,wesenden entweder keiner den andern versieht,, oderB r