Buch 
Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
36
JPEG-Download
 

Destrakt von dir, blühn frischer Mund und Wange,

And jede Nerve tönt in reinerm Klänge.

Wolthatig giessest du in rede BrustDer Menschheit Mitgefühl und Jugendlust.

Wie gerne tauschen nicht die BrunnengästeAn dein Gebüsch den Marmor der PallästelS fern von Trug und Puppenzicrerei,

Grüßt hier sie die Natur mit Schweitzertreu;

Sie sehen Hand in Hand in deinen SchattenMit heiterm Scher; sich ernsten Anstand gatten-Nicht melancholisch, nicht mit wilder WuthRauscht vom Gebirge deine WunLerfluth.

Bey HabspurgS dicht belanbtem Hayn und HügelSenkt sie geschmeidig ihren Donnrrstügel;

Nickt stürmet sie, sie Wuchset leise nur:

Warum? Voll Sehnsucht folgt sie DaphnenS Spur.

Ihr bringt sie neue Kraft und neues Leben.

O darf sie, Daphnc, dich im Bad umschweben,

Wie wonniglich erhebt und neigt sie sich,

Wie hold wiegt sie im keuschen Schosse dich?

Der Quellgott weiht dich, Daphne, ;ur Naiade,

Dich krönet er zur Königin vom Bade.

Und dürfte ZevS dir, neue Leda, nahn,

Wie gerne nicht würd' er für dich zum Schwan t

Der Pffüger und Pflugstier

aus dem Olympc.

Dem weiblichen Olymp zum HohnDient Daphnen nun der Göttersohn,

Auf ihrer Meierei geht erAls Junge hinterm Pfluge her-

Ha,