Buch 
Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
65
JPEG-Download
 

Zwtngli.

Wozu sollt ich nicht bereit seyn? Das Schwersteliegt hinter mir, — die Trennung von meinem Weibeund meinen Kindern. Zur Seite stand unsichtbarmein Führer, Jesus Christus: Wer mein Jüngerseyn will, der verläugnc sich selbst, nehme sein Kreuzauf sich, und folge mir nach! Dir folg ich, göttli-cher Führer! — Gott sey mit Euch, theure Freunde!(sie umarmen sich.) — Von meiner Familie keinWort mehr;

Hofmann.

Eure Familie; sie ist auch die unsrige!

Zwing!».

Herr Lavatcr, nun halt ich Euch nicht längerauf; nun ist nur jede Minute zur Last, die ich nochhier zubringen muß; nun wünscht' ich schon jenseitdes Aldis am Feinde zu seyn.

Lavater.

Wie? Ihr, Prediger, beschämt den Feldherrn?Dapferer Zwingst!

Zwingli.

Dapfcr ist derjenige, der, mittM unter allen Ge-fahren und Leiden, Gegenwart des Geistes behält.O Freunde, weit weit bin ich von solcher Ruhe derSeele entfernt. Wenn ich mit Ungeduld, mit Sehri-sucht dem Schlachtgewittcr entgegen eile, so g§-Wehts, weil ich der Betäubung bedarf.

Lavater.

In Gottes Namen, so laßt nus hinziehn r

>