Tags vorher im missen Schleyer die Klosterfrau gespielthatte, spielte heute mit hochfligendem Bänderbuschedie Amazonin; Gertrud Feyntand, die lczthin inFolio hervorgegangen, gieng nun in Duodez hervor;Gemiramis Sundertrud schwebt mit ihrem Kovfe,gleich den babylonischen Lustgärten, hoch in der Luft,und trägt Wechselweise bald ein dunkels Waldgebüschbald ein lachendes Blumenbeet. Mehrere Schönenzeichnen sich durch bescheidenes Misses Gewand aus,durch jenen simplen Styl, (möchte ich sagen) denJedermann leicht nachzuahmen hofft, und zu dessenErreichung gleichwol viel — abändernder Stofferheischt wird.
Damit Sie, meine schöne Correspondentin, undihre Gespielinnen der wiederholten Ausstellung ihrerKunstarbcit nicht müde werden, mache ich folgendePetition: i) daß künftig die Mannspersonen mehrdie Spazierpläze als die Tabagieen besuchen; 2) daßsie auf den Spazierpläze» öfterer im Gefolge der Da-men, als in abgesonderten Gruppen erscheinen; ^end-lich , daß sie zur Belebung des Gespräches, gusser den?Ieuretten, auch Früchte mitbringen. Sie begreifen,meine Korrespondcntin, wie ungemcin das Feuer desAuges und die Blüthe der Wangen, kurz, der Reizjeder Gebehrde durch Geist und Gefühl erhöht wird.Ueberhaupt auch glänzt im Kontraste mit dem männ-lichen Kovfe der weibliche weit lebhafter hervor; amlebhaftesten vielleicht im Kontraste mit dem ehrwirdigcnGraubarte. Unter uns gesagt, einem solchen geben