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Schwäzcrin als immer bewegliches Espenlaub; einetitele Thörin als geruchlose Tulpe: Hingegen eineSchöne, die sich gleicherweise durch Geist und durchäussere Bildung auszeichnet, als Nelke; eine ehrwir«dige Matrone als Immergrün oder Myrte; ein beschci«denes Mädchen als Veilchen; endlich eine gewisse Dameals Pomeranzenbaum, der zugleich schöne glänzendeBlätter, wolricchende Blumen und wohlschmekendenahrhafte Frucht trägt. Schwerlich wird ihren Namenirgend ein Frauenzimmer errathen. Ohne Mühe erra.then ihn Männer. Allein fort mit der Feder! Nurfür Personen von ihrem Geschlechte schikt es sich, Nach-schriften zumachen, die weitläuftigcr als der Brief sind.
Liebe, mit Tugend vermählt.
^en Liebesgott feh ich in heiligem GesichtVor dem Altar der Tugend knien.
In Fesseln liegt er gern, und länger will er nichtDer hohen Siegerin cntiliehn.
Die Tugend lächelt hold auf Amors Stirn herab.Halb fchamroth sah sie, halb verliebt,
Da ihr der kleine Gott Cythärcns Gürtel gab,
Mit dem er jeden Liebreiz giebt.
Und nun l Was giebt nun sie dir, Amor, wol dafür?Was niemand sonst dir geben kann,
Bescheidenheit und Ruh und Dauer giebt sie dir.Dich Knaben bildet sie zum Mann l